Panorama

Todeszahl in Kandahar steigt IS reklamiert Anschlag auf Moschee für sich

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In einer Mitteilung gibt der IS Details zum Ablauf des Anschlags bekannt.

(Foto: imago images/Xinhua)

Mit der Machtübernahme der Taliban verstärkt der verfeindete Islamische Staat seine Präsenz in Afghanistan. Das Attentat auf eine Moschee in der Stadt Kandahar geht offenbar ebenfalls auf das Konto der Islamisten. Die Zahl der Todesopfer ist dabei noch höher als bislang angenommen.

Einen Tag nach dem blutigen Anschlag auf eine schiitische Moschee in der südafghanischen Stadt Kandahar mit mindestens 47 Toten und 70 Verletzten hat sich die Terror-Miliz IS zu der Tat bekannt. In einer vom IS-Sprachrohr Amak in der Nacht verbreiteten Mitteilung hieß es, zwei IS-Kämpfer hätten die Wachposten der Moschee getötet, bevor sie mitten unter den Gläubigen ihre Sprengstoffwesten zur Explosion brachten.

Die staatliche Nachrichtenagentur Bakhtar hatte am Freitag von 32 Toten gesprochen. Ein Provinzvertreter der herrschenden militant-islamistischen Taliban sagte nun, dass die Zahl der Toten auf 47 gestiegen sei und 70 Menschen verwundet wurden. Erst am Freitag voriger Woche waren bei einem Selbstmordanschlag auf eine Moschee der schiitischen Minderheit in der Stadt Kundus im Norden Afghanistans mehr als 40 Menschen getötet und mehr als 140 weitere verletzt worden. Auch jenen Anschlag reklamierte der IS für sich.

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Die Taliban hatten Mitte August die Macht in Afghanistan übernommen und eine eigene Regierung ausgerufen. Der IS ist seit etwa 2015 in dem Land aktiv und ein Todfeind der Taliban, obwohl beide Gruppen sich aus Sunniten rekrutieren und sich ideologisch nahestehen. Die schiitischen Muslime betrachtet der IS als Ketzer. Er hatte bereits in der Vergangenheit Schiiten und deren Einrichtungen in Afghanistan angegriffen.

Er reklamierte außerdem den verheerenden Anschlag Ende August am Flughafen Kabul während der noch laufenden internationalen militärischen Evakuierungsmission für sich. Damals starben nach Medienberichten fast 200 Menschen.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa

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