Feuer wieder aufgeflammtIn Hitlers Teehaus brannte es "nochmal zimmerhoch"

Das Kehlsteinhaus wird in der Nacht zum Samstag durch einen Großbrand fast vollständig zerstört. Glutnester sorgen nun abermals für einen "zimmerhohes" Feuer in dem historischen Gebäude. Doch die Feuerwehr gibt sich gelassen.
Nach dem Großbrand am historischen Kehlsteinhaus auf dem Obersalzberg ist das Feuer in der Nacht erneut aufgeflammt. Es habe "nochmal zimmerhoch gebrannt", sagte ein Polizeibeamter. Die Feuerwehr rückte demnach aus und löschte die Flammen. Dass ein Feuer wegen Glutnestern nach dem eigentlichen Brand wieder aufflackert, sei nicht unüblich, sagte er.
Am Kehlsteinhaus war in der Nacht zum Samstag ein Großbrand ausgebrochen. Bis zu 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen kämpften stundenlang gegen das Feuer - aber auch gegen Kälte, Schnee und stürmischen Wind am Berg. Einige bauten sich Iglus, um sich vor der Kälte zu schützen.
Die Polizei nahm einen mutmaßlichen Brandstifter unweit des Tatorts fest. Der Festgenommene stellte sich schnell als psychisch krank heraus, die Staatsanwaltschaft ließ ein psychiatrisches Gutachten anfertigen und beantragte die Unterbringung in einer forensischen Einrichtung für psychisch kranke Straftäter - der Ermittlungsrichter folgte dem Antrag. Der Mann mit Wohnsitz in Berlin aber Verbindungen in die Region wurde noch am Samstag in eine geschlossene Psychiatrie gebracht.
Der Schaden geht nach ersten Schätzungen des Zweckverbands Bergerlebnis Berchtesgaden in die Millionen. Das mehr als 1800 Meter hoch gelegene Kehlsteinhaus war in den 1930er Jahren von den Nationalsozialisten als Teil des von Adolf Hitler genutzten Komplexes am Obersalzberg erbaut worden und wurde zuletzt als frei zugängliche Berggaststätte genutzt.
Das historisch bedeutsame und jedes Jahr von Zehntausenden Menschen besuchte Haus soll nach den Worten Herrmanns wieder aufgebaut werden: "Wir werden da kaum eine Ruine stehen lassen können." Der Freistaat Bayern ist Eigentümer, verwaltet wird das Berglokal von der kommunalen Berchtesgadener Landesstiftung, die es in Nießbrauch unterhält.
