Panorama

New York bleibt verschont "Irene" geht die Puste aus

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Für Montag wird schon wieder Sonnenschein für New York vorhergesagt.

(Foto: REUTERS)

Rechtzeitig vor seinem Eintreffen in New York schwächt sich der gewaltige Hurrikan "Irene" ab und geht nur noch als Regenschauer übers Land, der Sturm ist in New York kaum noch spürbar. Zwar gibt es in Küstennähe kleinere Überschwemmungen und Stromabschaltungen - eine Katastrophe, wie beim Hurrikan "Katrina" in New Orleans, bleibt glücklicherweise aus.

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In Manhattan waren mehrere Bäume umgestürzt.

(Foto: REUTERS)

Der Wirbelsturm "Irene" hat sich beim Anflug auf New York stark abgeschwächt und die Millionenstadt größtenteils verschont. Zehntausende Haushalte hatten vorübergehend keinen Strom, weil die Energielieferung vorsorglich eingestellt wurde. Meldungen über Todesopfer in der Stadt gab es nicht. Gegen 10.00 Uhr Ortszeit (16.00 Uhr MESZ) klarte der Himmel auf und der Regen endete nach etwa 24 Stunden. Die Menschen trauten sich wieder aus ihren Häusern und begutachteten die Schäden.

In Manhattan hatte "Irene" Baustellen-Absperrungen umgeworfen und Bäume entlaubt. "Es sind entlang des Hudson River auch einige Äste abgebrochen", berichtete ein Taxifahrer. Der West Side Highway, eine der Verkehrsadern der Stadt, war seinen Worten zufolge teils überflutet. Insgesamt hielten sich die Schäden auf den ersten Blick aber in Grenzen. Die Gebäude schienen intakt, die meisten Autos standen an ihrem gewohnten Platz.

Auf seinem Weg nach New York hatte der knapp 800 Kilometer breite Wirbelsturm mehrere Bundesstaaten an der Ostküste überquert. In North Carolina, Virginia, Connecticut, Florida und Maryland kamen insgesamt 15 Menschen ums Leben. Das jüngste Opfer war ein elfjähriger Junge, der in Newport News in Virginia durch einen auf das Haus seiner Familie stürzenden Baum erschlagen wurde.

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Auch am Times Square regnete es. Von Chaos allerdings keine Spur.

(Foto: dpa)

Die New Yorker Behörden hatten sich auf das Schlimmste eingestellt. Fehler, wie beim Hurrikan "Katrina" 2005 in New Orleans, sollen unbedingt vermieden werden. Damals kamen 1800 Menschen ums Leben. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von 80 Milliarden Dollar. Bürgermeister Michael Bloomberg hatte noch in der Nacht von einem "lebensbedrohlichen Sturm" gesprochen. Alle Einwohner der Millionen-Metropole müssten in ihren Häusern bleiben, um nicht von herumfliegenden Gegenständen getroffen zu werden. Rund 370.000 Menschen in tiefer gelegenen Gebieten waren angewiesen worden, sich zum Schutz vor Überflutungen in Sicherheit zu bringen. Viele weigerten sich jedoch zu gehen. Die Behörden warnten, dass sich im Raum New York sogar vereinzelt Tornados entwickeln könnten. Es waren enorme Schäden erwartet worden, "die zum Glück ausfielen", wie eine CNN-Reporterin berichtete.     

Auch Washington übersteht den Sturm

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Blick auf das Weiße Haus.

(Foto: REUTERS)

Der gefürchtete Wirbelsturm verschonte auch die Hauptstadt Washington, die wie New York glimpflich davon kam: Es gab keine Berichte über größere Schäden. Die Flughäfen und Bahnhöfe blieben im Gegensatz zu New York geöffnet. Allerdings wurde in der Nähe der Stadt ein Transformator in einem Atomkraftwerk von einem Trümmerteil getroffen. Daraufhin wurde in der Anlage Calvert Cliffs in Maryland ein Reaktor automatisch heruntergefahren. Zu keinem Zeitpunkt bestand eine Gefahr.

Weniger Schäden in North Carolina

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Eine überflutete Küstenstraße in Manteo, North Carolina.

(Foto: AP)

Trotz Verwüstungen durch "Irene" im US-Staat North Carolina sind die Schäden dort nach Angaben der US-Küstenwache wohl nicht so massiv wie befürchtet. "Alles in allem ist der Schaden nicht annähernd so schlimm wie erwartet", sagte Küstenwachen-Konteradmiral William Lee bei CNN. Er hatte das Gebiet überflogen, wo der Sturm am Samstag auf Land getroffen war. "Es waren nur einige wenige Bäume umgestürzt. Ich habe Hinweise auf Überflutungen gesehen." Alleine in North Carolina gab es aber mindestens fünf Todesfälle, die unmittelbar mit dem Sturm zusammenhängen.

Flüge gestrichen

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Gute Geschäftsidee auf Long Island.

(Foto: dpa)

Wegen des Wirbelsturms strichen deutsche Fluggesellschaften erneut zahlreiche Flüge in die USA. Die Lufthansa sagte insgesamt elf Flüge ab: alle Verbindungen nach New York sowie nach Philadelphia und Boston. Derzeit gehe man davon aus, dass die Ziele am Montag wieder angeflogen werden könnten, sagte ein Sprecher von Deutschlands größter Airline. Möglicherweise könne es aber zu Verspätungen kommen. Er wies darauf hin, dass die Lufthansa alle anderen Ziele in den USA - etwa Washington D.C. - nach wie vor anfliegt.

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin strich ebenfalls ihre beiden Flüge nach New York. Auch Air Berlin geht nach Angaben einer Sprecherin davon aus, dass es am Montag normal weitergeht. Für beide Fluggesellschaften gilt: Passagiere, deren Flug gestrichen wurde, können kostenfrei auf spätere Flüge umbuchen oder kostenlos stornieren.

Quelle: ntv.de, dpa