Panorama

Wegen antisemitischer und rassistischer Parolen Komiker Dieudonné darf nicht auftreten

Dieudonné sorgt in Frankreich für viel Wirbel und ruft wegen antisemitischer Äußerungen die Staatsmacht auf den Plan. Dem Komiker werden mehrere Auftritte untersagt. Er ist unter anderem für den sogenannten Quenelle-Gruß bekannt, der an den Hitler-Gruß erinnert.

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Dieudonné

(Foto: dpa)

In Frankreich sind weitere Auftritte des wegen antisemitischer Äußerungen umstrittenen Komikers Dieudonné verboten worden. Der Polizeipräsident von Paris untersagte drei kurzfristig angesetzte Auftritte in der Hauptstadt. Diese haben in Frankreich bereits zu einer Reihe juristischer Auseinandersetzungen und erbitterten Debatten geführt.

Dieudonné, der bretonisch-kamerunischer Abstammung ist, scheiterte vor dem Obersten Verwaltungsgericht mit dem Antrag, ein Verbot seines Auftritts in der Stadt Tours am Freitag aufzuheben. Das Verwaltungsgericht von Orléans hatte ein vom Bürgermeister von Tours verhängtes Auftrittsverbot bestätigt. Der bereits mehrfach wegen antisemitischer Äußerungen verurteilte Komiker zog daraufhin vor den Staatsrat in Paris, das Oberste Verwaltungsgericht des Landes. Der Staatsrat bestätigte aber am Freitagabend das Auftrittsverbot.

Für Quenelle-Gruß bekannt

Die Debatte um Dieudonné hat in Frankreich in den vergangenen Tagen hohe Wellen geschlagen. Innenminister Manuel Valls hatte den örtlichen Behörden empfohlen, die Auftritte des Komikers zu verbieten. Der sozialistische Politiker sieht in den Auftritten keine humoristischen Veranstaltungen, sondern politische Versammlungen, bei denen der Komiker antisemitische und rassistische Parolen verbreite. Dieudonné ist unter anderem für den sogenannten Quenelle-Gruß bekannt, der an den Hitler-Gruß erinnert, von Dieudonné aber als systemkritische Geste dargestellt wird.

Heute muss das Verwaltungsgericht noch über ein weiteres Auftrittsverbot gegen Dieudonné entscheiden: Die Behörden haben auch eine geplante Veranstaltung des Komikers in Orléans verboten, was der Komiker anfechtet.

Quelle: ntv.de, wne/AFP