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Unzählige Schatzsucher pilgern zu "Kilometer 65" an der Bahnstrecke  Wroclaw-Walbrzych in Niederschlesien.
Unzählige Schatzsucher pilgern zu "Kilometer 65" an der Bahnstrecke Wroclaw-Walbrzych in Niederschlesien.(Foto: REUTERS)
Montag, 31. August 2015

Keine Georadar-Aufnahmen vorhanden: Krisenstab fordert Beweise für Nazi-Zug

Hobbyforscher graben unter Lebensgefahr nach dem angeblichen Nazi-Zug in Polen. Doch die Behörden sind skeptisch. Sie warten weiter auf Beweise für den Fund. Dabei soll das Verteidigungsministerium helfen.

Die Aufregung um den angeblichen Nazi-Zug im Süden Polens schlägt weiter hohe Wellen. Der Walbrzycher Bürgermeister Roman Szelemej will beim Verteidigungsministerium um Unterstützung bitten, um die angebliche Fundregion per Georadar zu untersuchen.

Ein Georadar kann mit elektromagnetischen Wellen unterirdische Gegenstände orten - das Militär setzt diese Geräte zum Beispiel bei der Minensuche ein. In einem unterirdischen Versteck zwischen den Kilometerpunkten 60 und 65 wird der angebliche Zug vermutet, über dessen Fracht nicht nur in Polen spekuliert wird.

Bisher keine Georadar-Aufnahmen

Nach einer Sitzung des Krisenstabes wurden die Erwartungen jedoch zunächst gedämpft. Ob ein geheimnisvoller unterirdischer Raubschatz der Nazis in Niederschlesien existiere, bleibt weiter fraglich: "Wir können nicht sicher sagen, dass der so genannte goldene Zug sich in der Umgebung von Walbrzych befindet", sagte Tomasz Smolarz, der Leiter der Bezirksregierung, in Breslau (Wroclaw).

Die Dokumente, die der Bürgermeister von Walbrzych von den Findern des angeblichen deutschen Panzerzugs erhalten habe, enthielten keine Georadar-Aufnahmen. Smolarz zeigte sich daraufhin skeptisch: "Alle Informationen stützen sich auf einen Mitteilung von ein paar Seiten und eine unleserliche Karte."

Zug könnte vermint sein

Dennoch wollen die örtlichen Behörden den angeblichen Fundort an der Bahnstrecke zwischen Breslau und Walbrzych stärker sichern - zumal dort in der Nacht aus noch ungeklärter Ursache ein Waldbrand ausbrach. Die Polizei intensivierte ihre Patrouillen in dem Waldgebiet.

Seit Tagen kommt es zudem zu heimlichen Grabungsversuchen von Menschen, die vom Schatzfieber erfasst wurden. Die Behörden warnten eindringlich vor diesen Aktionen, da vermutet wird, dass der Zug - wenn er tatsächlich existiert - vermint sein könnte. Nun wird überlegt, das Betreten des dortigen Waldes zu verbieten.

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Quelle: n-tv.de