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Warnung nach tödlichen UnfällenMacht Tiktok Jugendliche zu Geisterfahrern?

25.08.2026, 15:24 Uhr
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Bei einem Unfall in England starben sieben Personen in zwei Autos. (Foto: picture alliance/dpa/PA Wire/Owen Humphreys)

Jugendliche lassen sich im Netz teils leicht beeinflussen. Ein neuer Trend bringt sie in große Gefahr, doch für die Reichweite und die Likes gehen einige das Risiko ein. Eine zweistellige Anzahl an Menschen stirbt dadurch bisher.

In Großbritannien ziehen spätabends Jugendliche los, klauen Autos und werden damit auf Autobahnen zu Geisterfahrern. Ganz bewusst gehen die Heranwachsenden dieses Risiko ein. Nicht nur, weil sie provozieren wollen, sondern weil sie damit Reichweite in sozialen Netzwerken wie Tiktok oder Instagram bekommen. Sie filmen sich bei den Aktionen und laden die Aufnahmen anschließend ins Netz, wo sie von anderen Jugendlichen dafür gefeiert werden. Doch nicht immer gehen diese Aktionen gut aus. Jetzt schwappt der fragwürdige und tödliche Trend auch über die Grenzen des Vereinigten Königreiches hinweg.

In den USA ist es am Wochenende zu einem tödlichen Geisterfahrerunfall gekommen. Drei Teenager und ein junger Erwachsener sollen dort in der Nacht zu Samstag eine Mercedes G-Klasse gestohlen haben und herumgefahren sein. Als die Polizei auf die gefährliche Fahrweise aufmerksam wurde, nahm sie die Verfolgung auf. Zwar verloren die Beamten die Spur, doch am frühen Morgen entdeckten sie den SUV wieder.

Bei der erneuten Verfolgungsjagd wurden die Jugendlichen zu Geisterfahrern. Sie krachten frontal in das Auto einer 67-jährigen Frau und eines 54 Jahre alten Mannes, berichtet Fox 29. Der Wagen der beiden schleuderte von der Straße auf das Gelände einer Tankstelle. Die beiden Insassen waren sofort tot. Die vier jungen Verkehrsrowdys hatten Glück im Unglück und den Vorfall überlebt.

Noch dramatischer war jedoch ein Vorfall, der sich ebenfalls Samstagmorgen ereignete: In Großbritannien starben sieben Personen, nachdem ein geklautes Auto mit fünf Jugendlichen und jungen Erwachsenen an Bord auf der englischen Autobahn 66 mit einem entgegenkommenden Polizeifahrzeug mit zwei Beamten zusammengestoßen war, berichtet "The Sun". Die Polizei brach ihre Verfolgungsfahrt ab, als die Teenager zu Geisterfahrern wurden. Diese ließen dennoch nicht von ihrer halsbrecherischen Aktion ab.

Erst wenige Tage zuvor kam es in Großbritannien zu einem Geisterfahrerunfall mit fünf Todesopfern. Der Hintergrund soll ein Video für eine Tiktok-Geisterfahr-Challenge gewesen sein. Eigentlich besagen die Richtlinien der Video-App, dass Inhalte, "die erhebliche körperliche Schäden verursachen könnten" strikt verboten sind. Darunter fällt etwa auch die gefährliche Fahrweise von Autos oder Motorrädern. Die Plattform entferne aktiv Videos und Konten, die gegen diese Regeln verstoßen, heißt es von Tiktok.

Tiktok spielt Raservideos extra aus

Doch "The Telegraph" fand heraus, dass Tiktok beispielsweise Videos von Verfolgungsjagden extra propagiert: "Sehen Sie sich die spannende Verfolgungsjagd der Polizei in Bradford auf der M606 an", soll an mindestens einem Video stehen - KI generiert als Hinweis an einzelne Nutzer. Die Plattform erkennt demnach, was in einem Video zu sehen ist. In diesem speziellen Raser-Clip sei zu sehen, so berichtet es die Zeitung, wie ein Autofahrer einem Polizeiwagen mit eingeschaltetem Blaulicht ausweicht. "The Sun" meldet zudem, gleich "eine Reihe verstörender Videos" auf Tiktok entdeckt zu haben, in denen Fahrer teils mit fast 240 Kilometern pro Stunde unterwegs sind, als Geisterfahrer fahren oder rücksichtslos zwischen den Fahrspuren hin und her wechseln.

Matt Storey, Leiter der örtlichen Kriminalpolizei, berichtet, dass einer der Insassen aus dem Auto, in dem am Samstagmorgen fünf junge Menschen starben, mehrfach solche gefährlichen Videos gefilmt und online verbreitet hat. Noch ist fraglich, ob auch bei der Todesfahrt gefilmt wurde. Wahrscheinlich ist, dass die Jugendlichen mit einer riskanten Routine bei ihrer Geisterfahrt vorgegangen sind. "Es ist absolut idiotisch, wenn sich jemand am Steuer eines Fahrzeugs nicht zu 100 Prozent auf die Straße konzentriert", stellt Storey allerdings klar.

Der britische Verteidigungsminister Luke Pollard fordert Social-Media-Plattformen bereits auf, Maßnahmen zu ergreifen, um Beiträge zu entfernen, die gefährliches Fahren zeigen und somit solche Challenges befeuern. "Das Internet muss ein sicherer Ort für alle werden. Ein Ort, der nicht Klicks und damit finanzielle Anreize für Menschen erschafft, solche schrecklichen Inhalte zu produzieren."

Quelle: ntv.de, mpa

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