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Chinesischer Polizist verursacht Unfall Nach Protesten droht Todesstrafe

Ein chinesischer Polizist verursacht einen Unfall, bei dem fünf Wanderarbeiter sterben. Hunderte Kollegen der Toten protestieren gegen die Polizei. Dem Mann droht nun die Todesstrafe. Erst vor wenigen Tagen hatten Steuererhöhungen gewaltsame Auseinandersetzungen ausgelöst.

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Polizist in Peking (Archivbild).

(Foto: picture alliance / dpa)

Nachdem ein betrunkener Polizist in China einen Verkehrsunfall mit fünf Toten verursacht hat, droht ihm im Fall der Verurteilung die Todesstrafe. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldet, muss sich der Beamte wegen der "Gefährdung der öffentlichen Sicherheit mit gefährlichen Mitteln" vor Gericht verantworten.

Der Polizist hatte am Samstag im Bezirk Runan in der zentralchinesischen Provinz Henan mit seinem Auto zwei Straßenlaternen gerammt. Sie fielen auf eine Gruppe Wanderarbeiter, die auf den Bus warteten. Mindestens fünf Menschen starben, drei weitere wurden verletzt.

Nach dem Unfall kam es zu Protesten der Migranten, an denen sich hunderte Menschen beteiligten. Dabei wurden einige Polizeiautos beschädigt. Es war bereits der zweite gewaltsame Protest in China innerhalb einer Woche.

Proteste gegen Steuererhöhungen

Erst am vergangenen Donnerstag war es in der Stadt Huzhou in der östlichen Provinz Zhejiang zu Zusammenstößen gekommen, als hunderte Menschen gegen Steuererhöhungen protestierten. Nach einem Bericht auf der offiziellen Internetseite der Stadt, löste eine kleine Kundgebung von Geschäftsleuten die Auseinandersetzungen aus. Die Behörden sprachen von hunderten Beteiligten, in Berichten von Augenzeugen und Bloggern war dagegen von tausenden Demonstranten die Rede.

Die "bösartigen Unruhestifter" hätten rund 600 Schaulustige angezogen, die den Verkehr auf einer Straße blockiert hätten, hieß es auf der Internetseite der in der Provinz Zhejiang gelegenen Stadt. Daraufhin habe die Polizei hart durchgegriffen, um gegen "kriminelle Verdächtige und Provokateure" vorzugehen, die Fahrzeuge angezündet hätten. 28 Menschen seien festgenommen worden.

Quelle: n-tv.de, AFP

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