Panorama

Gastwirte vor Wut außer sich Niederlande beenden strengen Lockdown

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Die niederländische Premier Rutte läuft allein durch Den Haag.

(Foto: picture alliance / ROBIN UTRECHT)

Seit dem 19. Dezember steht in den Niederlanden das Alltagsleben still. Die Infektionszahlen steigen dennoch, nicht aber die Zahl der Patienten. Deshalb erlaubt die Regierung in Den Haag vorsichtige Öffnungsschritte. Strenge Maßnahmen bleiben dennoch, werden aber womöglich ignoriert.

Die Niederlande beenden nach fast vier Wochen und unter starkem Druck von Unternehmern ihren strengen Corona-Lockdown. Geschäfte, Friseure und Sportclubs sowie Hochschulen dürfen ab Samstag wieder öffnen. Das kündigte Premier Mark Rutte am Abend in Den Haag an. Gaststätten, Museen, Theater und Kinos bleiben dagegen weiter geschlossen. Gastwirte und der Kultursektor sind empört.

Angesichts dramatisch steigender Infektionszahlen könnten nicht mehr Sektoren zugleich geöffnet werden, begründetet Rutte den Beschluss. "Alles zugleich geht nicht, das Risiko ist zu groß." Ende des Monats werde es möglicherweise neue Lockerungen geben.

Der niederländische Gesundheitsminister Ernst Kuipers sprach von einer "neuen Phase der Pandemie". Die Not bei Bürgern und Unternehmern sei groß. "Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben." Das Risiko einer Überlastung des Gesundheitssystems bleibe aber hoch.

Gastwirte wollen trotzdem öffnen

Der Widerstand gegen die harten Maßnahmen hatte in den vergangenen Tagen stark zugenommen. Gastwirte kündigten bereits Proteste für Samstag an und wollen trotz des Verbots ihre Cafés und Restaurants öffnen. Vielfach werden sie von ihren Bürgermeistern unterstützt. So waren in der südlichen Stadt Valkenburg bei Aachen bereits am Freitag zahlreiche Geschäfte und Gaststätten geöffnet.

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Nach der Entscheidung der Regierung dürfen Geschäfte wieder bis 17 Uhr täglich Kunden empfangen. Bürger dürfen sich zu Hause mit bis zu vier Besuchern treffen, bisher waren es nur zwei. Die Quarantänepflicht entfällt für diejenigen, die eine Booster-Impfung bekommen haben oder in diesem Jahr infiziert waren. Bisher waren nur Supermärkte oder Apotheken geöffnet.

Der Lockdown ab dem 19. Dezember sollte den Krankenhäusern Luft verschaffen. Trotz täglicher Höchstwerte bei Neuinfektionen ist die Anzahl der Patienten in den Krankenhäusern aber gesunken. Am Freitag wurden mehr als 35.000 Neuinfektionen registriert - so viel wie nie zuvor. Das sind mehr als 1300 Fälle pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. In Deutschland liegt die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell bei 470.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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