Panorama

Ausgangssperre passé Niederlande lockern trotz hoher Zahlen

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Schon am gestrigen Königstag war vom Lockdown in den Niederlanden nicht mehr viel zu spüren.

(Foto: dpa)

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei etwa 317, in den Krankenhäusern herrscht Alarmstimmung. Trotzdem kehren die Niederlande nach gut vier Monaten Lockdown wieder etwas mehr in den Normalmodus zurück. In den deutschen Grenzgebieten ist man in Sorge.

Die Niederlande beenden nach gut vier Monaten ihren strengen Lockdown. Unter anderem endet die wegen der Corona-Pandemie verhängte Ausgangssperre. Auch Geschäfte und die Außengastronomie dürfen wieder öffnen. Die Terrassen sollen zunächst täglich von 12 bis 18 Uhr geöffnet sein. Zudem dürfen die Bürger wieder zwei Personen außerhalb des eigenen Haushaltes empfangen.

Die Regierung des rechtsliberalen geschäftsführenden Premiers Mark Rutte hatte sich trotz Warnungen des wissenschaftlichen Corona-Beirates für die Lockerungen entschieden. Die Sieben-Tage-Inzidenz in den Niederlanden liegt bei etwa 317. Die Regierung setzt darauf, dass die Infektionszahlen wegen der Impfungen schnell abnehmen werden. Etwa 30 Prozent der erwachsenen Einwohner des Landes haben mindestens eine Impfdosis erhalten.

Mit Blick auf die geplanten Lockerungen hatten niederländische Mediziner in der vergangenen Woche bereits vor einem Notzustand in Krankenhäusern gewarnt. Wenn die Infektionszahlen nicht schnell zurückgingen, dann drohe "Code Schwarz", sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Intensivmediziner, Diederik Gommers, am Freitag. Bei "Code Schwarz" muss eine Triage-Kommission in Krankenhäusern entscheiden, welchen Patienten noch geholfen wird. Mehrere Krankenhäuser im Land seien so überfüllt mit Covid-Patienten, dass die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit erreicht sei, erklärte Gommers.

Schon jetzt werden nach Angaben der Krankenhäuser viele Eingriffe abgesagt, darunter auch Krebs- und Herz-Operationen. Den Notzustand in Krankenhäusern hatte es während der Corona-Epidemie noch nicht gegeben.

Sorge vor kleinem Grenzverkehr

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In den deutschen Grenzgebieten wächst wegen der Lockerungen die Sorge vor möglichen Ansteckungen. Wegen der hohen Corona-Zahlen werden die Niederlande von Deutschland seit drei Wochen als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Einreisende aus dem Nachbarland - gleich welcher Nationalität - müssen einen negativen Coronatest vorweisen. Der Kreis Heinsberg bat die Bürger, nicht notwendige Reisen und Tagesausflüge zu unterlassen. Aber man könne natürlich nicht ausschließen, dass bei dem schönen Wetter Deutsche in die Niederlande fahren und sich möglicherweise infizieren, sagte eine Sprecherin am Dienstag. Sie erinnerte daran, dass die Grenzkreise vor einiger Zeit das Land NRW um mehr Impfstoff gebeten hatten, um diesen Szenarien vorzubeugen. Eine Rückmeldung habe es nicht gegeben.

Der Landrat des Kreises Borken, Kai Zwicker, appellierte ebenfalls an die Bevölkerung, nun nicht in die Niederlande zum Einkaufen oder Cafébesuch zu fahren. Der CDU-Politiker sagte, jetzt sei nicht die Gelegenheit für Geselligkeit, Freundschaftsbesuche oder zum Einkaufen auf der anderen Seite der Grenze. Der Kreis Borken im Münsterland grenzt auf 108 Kilometern an die Niederlande. Auch NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) und der niederländische Justizminister Ferdinand Grapperhaus hatten die Bevölkerung in NRW gebeten, nicht in die Niederlande zu fahren.

Quelle: ntv.de, sba/dpa

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