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Umfrage zum 54. Geburtstag Niederländer unzufrieden mit ihrem König

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Kronprinzessin Amalia (2.v.l.) bekommt pro Jahr 1,6 Millionen Euro, wenn sie 18 wird.

(Foto: imago images/Hollandse Hoogte)

Über dieses "Geburtstagsgeschenk" dürfte sich König Willem-Alexander wenig freuen: Laut einer aktuellen Umfrage büßt er bei der Bevölkerung deutlich an Vertrauen ein. Grund könnten Fehltritte in der Corona-Pandemie sein - und hohe Kosten für die Kronprinzessin.

Der niederländische König Willem-Alexander hat zu seinem Geburtstag ein wenig freundliches Zeugnis seiner Landsleute bekommen. Nur noch 57 Prozent der Bürger haben Vertrauen in den Monarchen, vor einem Jahr waren das noch 76 Prozent. Das geht aus einer jährlich zum "Königstag" veröffentlichten Umfrage im Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks NOS hervor. Der König feiert am heutigen Dienstag seinen 54. Geburtstag.

Das Vertrauenstief der Oranjes ist vor allem durch Fehltritte in der Corona-Krise zu erklären. So war die Königsfamilie im vergangenen Jahr trotz der Reisebeschränkungen zu ihrer griechischen Ferienvilla geflogen. Auch Königin Máxima, seit Jahren das beliebteste Mitglied der Oranjes, bekommt deutlich schlechtere Werte.

1,6 Millionen Euro Taschengeld?

Die Umfragewerte sind zwar etwas positiver als noch vor einigen Monaten, aber noch immer zeigen sich die Niederländer unzufrieden mit dem Auftritt ihrer Königsfamilie in der Corona-Zeit. Drei Viertel finden, dass sie zu unsichtbar ist. Negative Werte gibt es auch für die Kosten: Drei Viertel der Niederländer sind gegen die hohe Zulage für Kronprinzessin Amalia. Sie bekommt zum Jahresende, wenn sie 18 Jahre alt wird, pro Jahr 1,6 Millionen Euro.

Es ist der zweite "Koningsdag" im Lockdown. Die traditionellen Flohmärkte und Volksfeste fallen erneut aus oder finden online statt. Die königliche Familie soll allerdings in Eindhoven an einem bescheidenen Festprogramm teilnehmen.

In dem 37-seitigen Bericht, den das Umfrageinstitut Ipsos für NOS erstellte, wird daran erinnert, dass die Feierlichkeiten zum Königstag vergangenes Jahr wegen der Corona-Pandemie in letzter Minute abgesagt worden waren. Danach habe Willem-Alexander eine Rede zur Corona-Krise und der damit verbundenen "Unsicherheit und Isolation" gehalten. Diese Rede sei von den Bürgern positiv aufgenommen worden.

"Aber in der Zwischenzeit ist viel passiert", hebt der Bericht hervor. "Mehrere Male hat sich der König vergangenes Jahr selbst in Kontroversen verwickelt." Für ihre Reise nach Griechenland entschuldigten sich die Royals in einer Fernsehansprache, aber der Beliebtheitswert des Königs schrumpfte laut dem Bericht trotzdem auf 47 Prozent im Dezember.

Königspaar hält Abstandsregeln nicht ein

Zwei Monate vor dem Griechenland-Trip hatte bereits ein Foto des Königspaares für eine Kontroverse gesorgt, das in Online-Medien veröffentlicht worden war. Es zeigte Willem-Alexander und seine Frau mit dem Besitzer eines Restaurants auf der griechischen Insel Milos während einer anderen Urlaubsreise. Dabei hielt das Königspaar weder die Abstandsregeln ein noch trug es Masken, wie es in den Niederlanden vorgeschrieben ist.

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Dem König wird ohnehin vorgeworfen, den Kontakt zu seinem Volk zu verlieren. Die niederländische Regierung hat eine Überprüfung des Jahresetats für das Königshaus angeordnet. "Die Unterstützung für die Monarchie steht immer noch unter Druck und hat im Vergleich zu früheren Jahren deutlich abgenommen", heißt es in dem Bericht. Dennoch zögen die meisten Niederländer die konstitutionelle Monarchie einer Republik vor. 58 Prozent wollen demnach das Königshaus behalten, 23 Prozent sind für seine Abschaffung.

In den Niederlanden nimmt zurzeit die Zahl der Corona-Neuinfektionen wieder zu. In dem kleinen EU-Land wurden bislang rund 1,4 Millionen Ansteckungen und mehr als 17.000 Corona-Tote registriert. Für diesen Mittwoch wurden dennoch Lockerungen der Corona-Restriktionen wie das Ende der nächtlichen Ausgangssperre angekündigt. Cafés sollen in ihren Außenbereichen wieder Gäste bewirten dürfen.

Quelle: ntv.de, chl/dpa/AFP

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