Panorama

Großeinsatz bei Glaubensgemeinschaft Polizei nimmt 40 Kinder mit

Die Glaubensgemeinschaft "Zwölf Stämme" steht unter Beobachtung. Ihre Kinder erziehen die Mitglieder eigenwillig und mutmaßlich mit Gewalt. Nun reagiert der Staat mit einer großangelegten Polizeiaktion. Sie entzieht der Gruppierung das Sorgerecht für 40 Kinder.

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Schon 2004 fuhr die Polizei bei der Glaubensgemeinschaft vor.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Polizei hat in verschiedenen Teilen Bayerns 40 Kinder aus der umstrittenen Glaubensgemeinschaft "Zwölf Stämme" in Obhut genommen. Das Amtsgericht Nördlingen ordnete einen vorläufigen Sorgerechtsentzug an. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Hinweise darauf gegeben, dass die Kinder geprügelt und gezüchtigt werden.

Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Augsburg sagte, handelt es sich um 28 Mädchen und Jungen, die in der umstrittenen Gemeinschaft in Klosterzimmern bei Deiningen leben. Sie wurden nach einem Polizeieinsatz von etwa 100 Beamten mitgenommen. Die Aktion sei friedlich und ohne Zwischenfälle verlaufen. 12 weitere Kinder wurden in Wörnitz aus der Glaubensgemeinschaft geholt. Die Kinder sind nun in Obhut des Jugendamtes.

Die Gemeinschaft "Zwölf Stämme" war in der Vergangenheit immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Neben Vorwürfen wegen Kindesmisshandlung und möglicherweise rassistischen Lehrinhalten gibt es seit Jahren Streit um die Schulpflicht der Kinder.

Eltern lassen Kinder nicht in staatliche Schulen

Die Mitglieder der "Zwölf Stämme" hatten sich geweigert, ihre Kinder in staatliche Schulen zu schicken. Unter anderem wegen des Sexualkundeunterrichts machten sie religiöse "Gewissensgründe" geltend. 2004 waren mehrere Väter wegen der Verweigerung in Erzwingungshaft gekommen.

Der Privatschule der Gemeinschaft hatte das Kultusministerium zum 31. Juli 2013 die Genehmigung entzogen, weil sie keinen geeigneten Lehrer mehr benennen konnte. Die etwa 20 schulpflichtigen Kinder müssen damit von kommender Woche an staatliche Schulen oder andere zugelassene Privatschulen besuchen. Inzwischen liegt dem Ministerium ein Antrag der Gemeinschaft auf die Genehmigung einer neuen sogenannten Ergänzungsschule vor.

Quelle: ntv.de, dpa

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