50 Wohnungen durchsuchtPolizei nimmt Rocker bei Razzia fest

Mit einer Großrazzia gehen Sicherheitskräfte in sechs Bundesländern gegen Rocker des Clubs "Osmanen Germania" vor. Insgesamt sind mehr als tausend Polizeikräfte, darunter auch Spezialeinheiten, an dem Einsatz beteiligt. Sieben Männer werden festgenommen.
Mehr als 1000 Polizisten haben in sechs Bundesländern rund 50 Wohnungen, Gewerberäume und Büros im Rocker-Milieu durchsucht. Der Einsatz richtete sich gegen die Aktivitäten der "Osmanen Germania", die als türkisch-nationalistisch gelten. Schwerpunkt war Hessen. Im Saarland wurde ein Verdächtiger mit Haftbefehl festgenommen, in Hessen gab es sechs weitere vorläufige Festnahmen, sagte der hessische Landespolizeipräsident, Udo Münch, in Wiesbaden. Einzelheiten zu den Festnahmen gab es zunächst nicht.
Die Staatsanwaltschaft Darmstadt und das LKA in Wiesbaden teilten mit, es habe Aktionen in Hessen, Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hamburg gegeben. Diese dauerten am Vormittag noch an. In Dietzenbach im Kreis Offenbach wurden mehrere Objekte des "Osmanen Germania Boxclubs" durchsucht. In dem Ort haben die sogenannten Osmanen ihr "World Chapter", also ihre Zentrale.
Gesucht wurde nach Waffen, Betäubungsmitteln, Munition, Schriftstücken und anderen Beweismitteln, die konkretere Hinweise auf illegale Geschäfte geben können. "Wir haben alle durchsuchten Objekte unter Kontrolle", schrieb das hessische LKA auf Twitter. Was sichergestellt wurde, war zunächst unklar. Das LKA geht davon aus, dass es in Hessen 70 bis 80 "Osmanen" gibt, die regionalen Ablegern des Rocker-Clubs (Chaptern) in Hanau, Frankfurt und Dietzenbach zuzuordnen sind.
Schlag gegen Organisierte Kriminalität
Die "Osmanen Frankfurt" haben sich einer früheren Einschätzung von Ermittlern zufolge im Streit um den türkisch-nationalistischen Kurs von den "Osmanen Germania" abgespalten. Der hessische Innenminister Peter Beuth nannte die Aktion einen "sorgfältig geplanten Schlag gegen die Organisierte Kriminalität in der Bundesrepublik".
Von den Durchsuchungen solle eine klare Botschaft ausgehen: "Egal in welcher Kutte Kriminelle glauben, sich in unserem Land betätigen zu können, wir werden gemeinsam mit aller Härte des Rechtsstaats gegen sie vorgehen."