Panorama

80 Schiffe warten schon Rhein ist wieder freigegeben

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Der Schwimmbagger im Einsatz an der "Alma".

(Foto: dpa)

Zwei Binnenschiffe mit tonnenweise Kies und Sand an Bord laufen im Rhein auf Grund. Dann gesellt sich auch noch ein Ethanol-Tanker hinzu. Die Wasserstraße ist blockiert, 80 Schiffe müssen warten. Nun ist der Rhein aber wieder frei.

Gute Nachrichten für Rheinschiffer: Die unfallbedingte Sperrung des Flusses ist aufgehoben worden. Zuvor waren drei Schiffe, die bei der Loreley, bei Boppard und bei Trechtingshausen auf Grund gelaufen waren, wieder losgekommen. Nach Angaben des Sprechers stauten sich wegen der Sperrung des Flusses in beide Richtungen etwa 80 Schiffe. Sie nähmen nun langsam wieder Fahrt auf.

Fast sieben Monate nach dem Untergang des Säuretankers "Waldhof" an der Loreley waren gleich drei Binnenschiffe auf Grund gelaufen und hatten für den Stau gesorgt. Der Kies-Frachter "Alma", der in der Nähe der Loreley an einen Felsen gestoßen war, konnte als erster geborgen werden. Ein zweites Schiff hatte sich bei Bingen im Flussbett festgefahren, ein drittes war aufgesetzt.

Mit "Alma" fing es an

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Wegen der Havarie ist der Rhein gerade nicht passierbar.

(Foto: dpa)

Der 86 Meter lange und mit rund 1800 Tonnen Kies beladene Frachter "Alma" war am Donnerstagabend in der Nähe von Oberwesel havariert. Es war vermutlich nach einem technischen Defekt an der Ruderanlage nicht mehr zu steuern. Der Kapitän hatte noch versucht, mit dem ausgeworfenen Anker zu bremsen. Die Strömung habe das Schiff dann gegen das linksrheinische Ufer getrieben, berichtete ein Sprecher der Wasserschutzpolizei in St. Goar.

Die Besatzung wurde nicht verletzt. Das Schiff hatte zunächst quer in einer Fahrrinne getrieben, schlug dann an mehreren Stellen leck und lief voll Wasser. Mehr als 50 Feuerwehrmänner versuchten, das Wasser abzupumpen und das Schiff vom Fels zu bekommen. Ein Schwimmbagger entlud Fracht, damit das Schiff wieder nach oben trieb.

"Pieter Senior" hängt noch fest

Ein zweites Schiff, die "Pieter Senior", steckte bei Trechtingshausen im Kreis Mainz-Bingen fest. Der Versuch, das Gütermotorschiff mit Hilfe eines anderen wegzuschleppen, habe zunächst nicht funktioniert, sagte der Sprecher in Bingen. Ladung musste noch entnommen werden.

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"Eiltank 47" lag auf einer Sandbank fest.

(Foto: dapd)

Vermutlich habe der Kapitän einen Fehler gemacht und sei aufgelaufen, berichtete die Wasserschutzpolizei in Bingen. Das Gütermotorschiff, das mit rund 2800 Tonnen Sand beladen sein soll, lag außerhalb der Fahrrinne.

Damit nicht genug: Der Stau wurde schließlich auch einem mit Ethanol beladenen Tanker zum Verhängnis. Er war aufgesetzt und musste in die Fahrrinne zurückgezogen werden. Das Schiff hatte bei Boppard gewartet, sich dann gelöst und war aus der Fahrrinne getrieben, so dass es aufsetzte. "So was passiert", sagte der Sprecher. Der Kapitän habe wohl nicht gleich gemerkt, dass das Schiff losgetrieben sei.

Andere müssen warten

Die wichtige Wasserstraße zwischen Bingen und St. Goar war gesperrt. Im weiteren Flussgebiet könnten nach Einschätzung des Wasser- und Schifffahrtsamtes doppelt so viele Schiffe warten wie zunächst bekannt. "Da ballt es sich dann."

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) warnte nach den neuen Havarien vor einem Kahlschlag bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV). Nach Lewentz' Angaben plant die schwarz-gelbe Bundesregierung, bei der WSV rund 3200 von 13.000 Stellen zu streichen. Die WSV ist zum Beispiel für die Sicherheit des Schiffsverkehrs auf den insgesamt 7300 Kilometer langen Binnenwasserstraßen zuständig.

Der Säuretanker "Waldhof" war am 13. Januar bei St. Goarshausen in der Nähe der Loreley gekentert. Mindestens ein Mensch kam dabei ums Leben. Ein weiterer Bootsmann wird nach wie vor vermisst.

Quelle: ntv.de, dpa