Panorama
Sonntag, 04. Juli 2010

Obduktion bestätigt Gerüchte: Richterin tötete sich selbst

Was sich nach dem Fund der Leiche der vermissten Jugendrichterin Kirsten Heisig bereits andeutete, ist jetzt Gewissheit. Die 48-Jährige hat sich in einem Berliner Wald das Leben genommen. Das ergab die Obduktion.

Beamte sichern den Fundort in einem Berliner Wald.
Beamte sichern den Fundort in einem Berliner Wald.(Foto: dpa)

Die bekannte Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig hat sich selbst getötet. Das ergab die Obduktion der Leiche, die Polizisten nach tagelanger Suche in einem Waldstück gefunden hatten. Ein fremdes Verschulden am Tod der 48-Jährigen sei ausgeschlossen worden, teilte Staatsanwaltssprecher Martin Steltner mit. Weitere Einzelheiten nannte er nicht.

Die Richterin war mit ihrem konsequenten Vorgehen gegen kriminelle Jugendliche bekannt geworden. "Sie war fachlich hoch geachtet und sehr geschätzt bei der Staatsanwaltschaft", betonte der Sprecher.

Die Berliner Justizsenatorin Gisela von der Aue hatte noch vor dem Obduktionsbericht angedeutet, dass sich Heisig das Leben genommen hat. Sie gehe von Suizid aus, erklärte die Senatorin. Zeitungsberichte, wonach sich Heisig erhängt haben soll, wurden bislang nicht bestätigt.

Heisig wurde 48 Jahre alt.
Heisig wurde 48 Jahre alt.(Foto: picture alliance / dpa)

Nach einem Bericht von "Berliner Morgenpost" und "Welt" soll Heisig am Montag noch eine SMS an Angehörige geschickt haben, deren Inhalt auf persönliche und familiäre Probleme hinweist. Ein Abschiedsbrief von der Mutter zweier Töchter wurde aber nicht gefunden.

Heisig war für den Problembezirk Neukölln zuständig, der als sozialer Brennpunkt gilt. Sie entwickelte das sogenannte Neuköllner Modell, nach dem kriminelle Jugendliche bei kleineren Delikten schnell bestraft werden und nicht erst Monate später. Damit soll eine erzieherische Wirkung erreicht werden. Mit dieser Initiative erlangte Heisig Bekanntheit über Berlin hinaus.

Quelle: n-tv.de