Panorama

Mindestens zwei Tote in Großbritannien Sturmtief packt Europa

Mit viel Regen und heftigen Winden bricht der Herbst über Europa herein. Besonders betroffen sind zunächst die Küsten Englands und Frankreichs. Aber auch der Westen und Norden Deutschlands bereitet sich auf Orkanböen und Überschwemmungen vor.

Der Herbst, er ist da. Die Merkmale: Viel Regen und vor allem heftige Winde. Während Deutschland dabei noch ein paar Stunden Zeit hat, ist über den Süden Großbritanniens bereits in der Nacht der heftigste Herbststurm seit Jahren gefegt. Er hat zu erheblichen Verkehrsbehinderungen geführt. Allein am größten Flughafen Europas, London-Heathrow, wurden bisher rund 130 Flüge gestrichen. Auch Verbindungen von und nach Deutschland sind betroffen. Zudem fielen hunderte Zugverbindungen im morgendlichen Berufsverkehr aus. Auch die Londoner U-Bahn - deren Streckennetz zu großen Teilen oberirdisch verläuft - war beeinträchtigt. Zehntausende Pendler kamen zu spät oder gar nicht zur Arbeit. Im Südwesten der Insel waren 6000 Haushalte ohne Strom.

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Orkan an der Küste Englands.

(Foto: AP)

In der Grafschaft Kent kam eine 17 Jahre alte Jugendliche ums Leb en. Sie wurde in ihrer Wohnung im Bett liegend erschlagen, als ein Baum auf das Gebäude fiel. In der Grafschaft Hertfordshire nördlich von London wurde ein im Auto sitzender Mann von einem entwurzelten Baum getroffen. Auch er starb. Zudem wird ein 14 Jahre alter Junge vermisst - vermutlich wurde er an der Küste von East Sussex ins Meer gespült.

Nun wappnet sich Großbritannien gegen das Wasser. Denn seit Sonntagabend regnet es. Bei Niederschlägen von 20 bis 40 Millimetern drohen teilweise Überschwemmungen. Für den Süden Englands gilt die zweithöchste Alarmstufe. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, am Vormittag die Häuser, soweit nicht unbedingt notwendig, nicht zu verlassen.

Zehntausende in Frankreich ohne Strom

Auch in Frankreich hat der Sturm in der Nacht zu massiven Einschränkungen geführt. Zahlreiche Menschen im Westen Frankreichs starteten ohne Strom in die Woche. In der Normandie und in der Bretagne waren seit dem frühen Morgen zeitweise etwa 75.000 Haushalte betroffen. Immer noch sind nach Angaben des Energielieferanten ERDF Regionen ohne Strom.

Vor allem in Gebieten nahe der Küste war der Sturm mit bis zu 140 Stundenkilometern über das Land gefegt. Am Morgen wurde deswegen der Fährverkehr zwischen Calais und Dover unterbrochen. Der Fährverkehr soll erst wieder aufgenommen werden, wenn Wellengang und Wind nachgelassen haben. Zwei Fähren der Reederei P&O mit mehr als 400 Menschen an Bord hängen unterdessen vor Dover auf dem Ärmelkanal fest, weil sie nicht in den Hafen einlaufen können. Die Situation sei aber vollständig unter Kontrolle, erklärte die Hafenmeisterei. Der Betrieb des Eurostar-Zugs, der unter dem Ärmelkanal verkehrt, wurde am Morgen wieder aufgenommen.

Ab Mittag kommt der Sturm nach Deutschland

Hierzulande muss sich vor allem der Nordwesten auf heftige Böen durch Orkantief "Christian" einstellen. Windgeschwindigkeiten bis zu 140 Kilometern pro Stunde sind möglich. Betroffen sind der Niederrhein, das Münster- und Emsland und Ostfriesland. Und natürlich die nordfriesischen Inseln. Auch auf Sylt, Amrum und Nordfriesland gilt die höchste Unwetterwarnstufe violett. "Auf dem Brocken sind sogar Böen über 150 Kilometern pro Stunden drin", erklärt n-tv Meteorologe Björn Alexander.

Anhaltender Regen begleitet die Stürme. Für die Jahreszeit bleibt es aber weiter viel zu warm: Am Oberrhein und im Alpenvorland sind heute bis zu 24 Grad möglich.

Wind und Regen bestimmen das Wetter mindestens bis zur Wochenmitte. Am Dienstag regnet es vor allem im Norden und Westen, an den Küsten sind Gewitter möglich. Mit Temperaturen bis zu 18 Grad bleibt es mild. Mittwoch wird es laut Prognose mit 14 Grad zwar frischer, dafür lassen Stürme und Schauer nach.

Quelle: ntv.de, tar/dpa