Riskante Tiktok-ChallengeTeenager klettert auf Brücke und stürzt in 15-Meter-Schacht

Eine Gruppe Teenager stellt sich auf einer Brücke in New York einer riskanten Mutbrobe. Als einer der Jungen dabei in die Tiefe stürzt, lassen die anderen den Verunglückten allein zurück.
Es ist am Montagabend, gegen 21 Uhr Ortszeit, als die New Yorker Feuerwehr (FDNY) einen Notruf erhielt: An der Queensboro Bridge, die die beiden Stadtteile Manhattan und Queens miteinander verbindet, ist ein Teenager in den Schacht eines Brückenturms gestürzt. An der Unfallstelle eingetroffen, wussten die Rettungskräfte zunächst nicht, in welchem der Türme sich der Junge befand. Dann aber gaben Blutspuren und ein Schuh neben einer offenen Luke Aufschluss über den Absturzort des Teenagers. Das geht aus einem Bericht des US-Senders CBS hervor.
Daraufhin seilten sich Einsatzkräfte in den gut 15 Meter tiefen Schacht ab und schafften es gegen 23 Uhr, den Jungen herauszuziehen. Er befand sich in kritischem Zustand und wurde direkt nach der Bergung in ein Krankenhaus gebracht. "Er konnte wegen des schweren Traumas nur noch murmeln", so Feuerwehrmann Khalid Lee gegenüber CBS. "Es war wirklich beunruhigend, aber genau für solche Fälle trainieren wir."
Laut New Yorks Vize-Feuerwehrchef Nicholas Corrado waren insgesamt 75 Ersthelfer an der Rettungsaktion beteiligt. "Es handelte sich um einen Einsatz in einem beengten Raum, was sehr schwierig, zeitaufwendig und personalintensiv ist", sagte er auf einer Pressekonferenz. "Wir benötigten Ausrüstung für Höhenarbeiten und mussten parallel die Luft überwachen." Rein zufällig habe das Team des FDNY erst eine halbe Stunde vor dem Notruf noch geübt, wie man ein Unfallopfer aus einem Loch birgt.
Der 16-Jährige soll auf die Queensboro Bridge geklettert sein, um eine TikTok-Challenge zu filmen. Nach Angaben des NYPD sei er mit Freunden auf der Brücke gewesen. Diese hätten ihn jedoch nach seinem Sturz allein zurückgelassen. Als die Beamten an der Unfallstelle eintrafen, sei niemand sonst vor Ort gewesen.
Wie der Vater des Jungen im Gespräch mit CBS berichtete, habe sein Sohn bei dem Sturz Kopfverletzungen erlitten und befinde sich weiterhin in Behandlung. Sein Zustand habe sich aber verbessert und es gehe ihm weitestgehend gut.
Immer wieder kommt es im Rahmen riskanter Social-Media-Challenges zu schweren und mitunter auch tödlichen Unfällen. Im Mai letzten Jahres verletzte sich ein 19-jähriger Neuseeländer bei der sogenannten "Run-it-straight"-Challenge (Deutsch etwa: Renn' gerade darauf zu) so schwer, dass er an seinen Kopfverletzungen gestorben ist.
Die Regeln der - an die Sportart Rugby angelehnten - Mutprobe sind denkbar einfach: Zwei Teilnehmer rennen aus einiger Entfernung und ohne Schutzausrüstung direkt aufeinander zu, bis sie mit voller Wucht kollidieren. Wer den Zusammenprall dominiert, ist der Gewinner.
Im Oktober 2024 versuchte ein britischer Content Creator, auf die 192 Meter hohe Castilla-La-Mancha-Brücke im spanischen Talavera de la Reina zu klettern - und stürzte dabei in den Tod. Einen Monat zuvor ereignete sich im Harz ein tödlicher Unfall, als ein 17-Jähriger über eine Absperrung an einer Aussichtsplattform kletterte. Er rutschte ab, fiel mehr als 40 Meter tief und starb.