Panorama

Hitze entlädt sich mit großem Knall Unwetter fegen über Deutschland hinweg

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Die schöne Seite des Unwetters: Blitze erleuchten den Nachthimmel in Berlin am Strausberger Platz, im Hintergrund der Fernsehturm am Alexanderplatz.

(Foto: dpa)

Im Münsterland stirbt ein Mann in seinem Keller, in Bayern wird ein Quadfahrer durch einen Ast schwer verletzt, in Berlin entgleist eine S-Bahn: In der Nacht lassen Unwetter der Feuerwehr in vielen Teilen Deutschlands keine Ruhe. Mittlerweile können die Deutschen aufatmen - das Schlimmste ist überstanden.

Gewitter, Sturm und Regen haben in der Nacht Feuerwehren und Polizei in Atem gehalten. Im niederbayerischen Kollnburg wurde ein Quadfahrer vermutlich von einem herumfliegenden Ast getroffen und schwer am Kopf verletzt. In Südhessen verletzte ein umstürzender Baum einen Autofahrer schwer.

Auch im baden-württembergischen Karlsruhe fielen mehrere Bäume auf Autos, dabei wurden zwei Menschen leicht verletzt. Glück hatte dagegen eine Autofahrerin in Plankstadt, deren Wagen beim Fahren von einem Kindertrampolin getroffen wurde. Sie blieb unversehrt. Der Sturm hatte das Trampolin über eine Mauer gehoben.

Bäume fallen, Keller laufen voll

In Berlin entgleiste eine S-Bahn, als sie einen über die Schienen gestürzten Baum rammte. Die Fahrgäste kamen mit dem Schrecken davon. Sie wurden mit Bussen weitertransportiert. Die Strecke zwischen den Stationen Zehendorf und Botanischer Garten blieben vorerst gesperrt.

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Die Berliner Feuerwehr hatte allerhand zu tun, die S-Bahn zu bergen.

(Foto: dpa)

Auch sonst richtete das Unwetter in Berlin Schäden an. Bäume wurden entwurzelt, Gullydeckel hochgedrückt und Keller liefen voll. Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben mehr als 200 Mal im Einsatz. In Berlin-Müggelheim stürzten zwei Bäume auf ein Haus, Verletzte gab es nicht.

Quer durch Deutschland berichteten Feuerwehr und Polizei von vollgelaufenen Kellern, abgerissenen Stromleitungen und umgestürzten Bäumen und Bauzäunen. Größere Stromausfälle gab es ersten Angaben zufolge keine.

Noch keine Entwarnung

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Gewitter über Nürnberg

(Foto: dpa)

Im münsterländischen Dülmen starb ein 80-Jähriger im Kampf gegen eindringendes   Wasser in einem Keller. Im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel hielt ein Supermarkt-Dach den Wassermassen nicht stand und brach ein.

Auch im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen richteten Unwetter große Schäden an. Häuser und Straßen wurden überflutet, Unterführungen liefen voll. Bäume knickten um. Blitzeinschläge lösten Brände aus. Mehrere Menschen wurden verletzt. Die Feuerwehren rückten zu hunderten Einsätzen aus. Betroffen waren vor allem der Raum Köln/Bonn, das Bergische Land, das östliche Ruhrgebiet sowie das Münsterland. In Bochum fielen in zwei Stunden mehr als 70 Liter Regen auf den Quadratmeter, die Feuerwehr rückte mehr als 350 Mal aus.

Auch Thüringen hatte mit Blitzen und Regen zu kämpfen. Vor allem Kreis Weimarer Land waren Straßen überschwemmt. Am Morgen war nach Angaben der Geraer Polizei alles wieder abgeflossen. In Sachsen mussten mehrere Straßen wegen umgestürzter Bäume und angespülten Schlamms gesperrt werden. In Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt meldete die Polizei Stromausfälle.

Norddeutschland blieb weitgehend verschont, in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern musste die Feuerwehr nur selten ausrücken. Etwas heftiger traf es Bremen und Niedersachsen. In Bremen liefen Tunnel voll, die Besucher des Hurricane-Festivals in Scheeßel (Landkreis Rotenburg/Wümme) mussten ihre Zelte bei Regen und Gewitter aufbauen. Verletzt wurde niemand.

Nun dürfen die Deutschen mit Blick aufs Wetter aber erst einmal aufatmen. Am Freitag werde es im Westen deutlich kühler, nur östlich der Elbe seien noch mit Temperaturen über 25 Grad zu rechnen, teilte der Deutsche Wetterdienst in der Nacht zum Freitag mit. Unwetterwarnungen gab es am Freitagmorgen keine mehr.

Quelle: ntv.de, dpa

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