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Dienstreise in Australien Verletzung beim Sex ist kein Arbeitsunfall

Heißes Liebesspiel während einer Dienstreise: Das Paar reißt dabei eine Lampe aus der Wand. Die Frau verletzt sich und will von ihrem Arbeitgeber Schmerzensgeld. Keine Chance, sagt das höchste Gericht.

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Sex gehört nicht zu den normalen Vorkommnissen einer Dienstreise, wie etwa Duschen, Schlafen oder Essen, entschied das Gericht.

(Foto: picture alliance / dpa)

Verletzung bei Sexspielen auf der Dienstreise - muss die Versicherung des Arbeitgebers für Arztkosten und Schmerzens geld aufkommen? Nicht in Australien, entschied das höchste Gericht in Canberra. Es beendete mit seinem Urteil ein juristisches Gerangel, das sechs Jahre dauerte.

Eine Beamtin Ende 30 traf 2007 während einer Dienstreise einen Bekannten und nahm ihn nach dem Dinner mit auf ihr Motel-Zimmer. Die beiden liebten sich so leidenschaftlich, dass einer von ihnen eine Glaslampe hinter dem Bett griff und aus der Wand riss. Die Scherben verletzten die Frau an Mund und Nase. Die Beamtin litt nach eigenen Angaben später auch an einem posttraumatischen Stress-Syndrom und konnte nicht arbeiten.

Voller Arbeitseinsatz?

Sie machte bei der Versicherung ihres Arbeitgebers, einer Behörde, Schmerzensgeld geltend. Ihre Argumentation: Sie habe die Verletzungen während eines Arbeitseinsatzes erlitten. Der Anwalt argumentierte, seine Mandantin sei bei einem "normalen Vorfall, der üblicherweise nachts in Motelzimmern stattfindet", verletzt worden. Demnach sei sie nicht verpflichtet gewesen, eine offizielle Erlaubnis einzuholen, um mit jemandem ihr Hotelbett zu teilen. "Wir leben schließlich nicht mehr in den 1920er Jahren".

Und auch das Gericht äußerte sich im Laufe des Verfahrens. Ein Richter sagte, dass der Fall nicht einfach zu beurteilen sei. Hätte sich die Frau etwa im Fitnessstudio des Hotels verletzt, stünde ihr eine Entschädigung zu - denn das Training stelle eine gewöhnliche Betätigung dar.

Der Fall ging letztendlich durch mehrere Instanzen. Das höchste Gericht beschied jetzt, der Arbeitgeber habe das Sexualverhalten der Frau schließlich weder direkt noch indirekt veranlasst. Sex gehöre nicht zu den normalen Vorkommnissen einer Dienstreise, wie etwa Duschen, Schlafen oder Essen. "Die Frage ist, ob der Arbeitgeber den Angestellten zu der Tätigkeit, bei der die Verletzung erfolgte, aufgefordert hat", hieß es in dem Urteil.

Arbeitsminister Eric Abetz begrüßte das Urteil als Sieg des gesunden Menschenverstandes. Unklar blieb zunächst, wer die erheblichen Gerichtskosten tragen muss.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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