Panorama

Zwei Jahre nach dem Unglück von Fukushima Verseuchtes Wasser läuft ins Meer

Das havarierte Atomkraftwerk Fukushima ist noch immer ein Riesenproblem für die Umwelt. Hochgradig kontaminiertes Wasser versickert in der Erde. Jetzt räumt die Regierung ein, dass 300 Tonnen davon täglich ins Meer laufen. Dieses Wasser soll gestoppt werden - mit gefrorener Erde.

RTR2YH1A.jpg

Die Atomruine Fukushima steht direkt am Meer.

(Foto: REUTERS)

Aus der Atomruine Fukushima strömen jeden Tag 300 Tonnen belastetes Wasser ins Meer. Das hat die japanische Regierung eingeräumt. Die Kontaminierung sei auf Bereiche nahe dem Kernkraftwerk b eschränkt, hieß es nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo.

Ein unterirdischer 1,4 Kilometer langer Schutzwall aus gefrorenem Erdreich soll nun verhindern, dass noch mehr Grundwasser in die Anlage eindringt. Rohre mit chemischen Kühlmitteln werden voraussichtlich um die Gebäude der Reaktoren 1 bis 4 im Erdreich verlegt.

Schutzwall dank Steuergeld

Jeden Tag dringen rund 400 Tonnen Grundwasser in die Reaktorgebäude ein. Dort vermischt es sich mit dem kontaminierten Kühlwasser. Die auf dem Areal gebauten Auffangtanks reichen für das kontaminierte Wasser kaum aus.

Für den Schutzwall darf jetzt die Steuerzahler einspringen: Weil der ohnehin schon finanziell schwer belastete Betreiberkonzern Tepco das dafür nötige Geld nicht aufbringen könne, müsse der Staat zahlen, wie ein Regierungsprecher erklärte.

Infolge des Erdbebens und Tsunamis vom 11. März 2011 war das AKW verwüstet worden. Es kam zu Kernschmelzen. Der Atombetreiber Tepco hatte im vergangenen Monat zugegeben, dass hochgradig belastetes Wasser in den Boden einsickere und das Meer verseuche. Die Ursache dafür müsse noch herausgefunden werden.

Quelle: ntv.de, jtw/dpa