Panorama

Glückwünsche zum 90. Geburtstag Wie Merkel und Steinmeier "Gorbi" ehren

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Gorbatschow wurde am 2. März 1931 in einer bäuerlichen Familie im südrussischen Stawropol geboren.

(Foto: picture alliance/dpa/kyodo)

Der frühere Kremlchef und einer der Väter der Deutschen Einheit, Michail Gorbatschow, feiert seinen 90. Geburtstag. Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier gratulieren und sagen Danke: Ohne "Gorbi" wäre die Wiedervereinigung wohl anders gelaufen.

Der frühere Kremlchef Michail Gorbatschow hat aus Anlass seines 90. Geburtstages Glückwünsche aus aller Welt bekommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nicht nur zum Geburtstag gratuliert, sondern ihm auch für seine politischen Errungenschaften gedankt. "Ihren Ehrentag nehme ich gerne zum Anlass, Ihnen einmal mehr für Ihren persönlichen Einsatz für die friedliche Überwindung des Kalten Krieges sowie die Vollendung der Deutschen Einheit zu danken", heißt es in einem Glückwunschschreiben Merkels an Gorbatschow.

"Ihr wichtiger Beitrag für eine Wiedervereinigung in Freiheit bleibt in Deutschland ebenso unvergessen wie Ihr beständiges persönliches Engagement für freundschaftliche Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern", schrieb Merkel. Gorbatschow könne mit Stolz auf sein Lebenswerk blicken.

Als einer der Väter der Deutschen Einheit sicherte sich "Gorbi", wie ihn die Deutschen achtungsvoll nennen, seinen Platz in der Geschichte schon vor rund 30 Jahren. Der frühere Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion gilt als einer der größten Reformer des 20. Jahrhunderts.

Bundespräsident sagt Danke

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gratulierte: Gorbatschows "mutiges Wirken im Zeichen des Friedens und der Freiheit" sei "in Deutschland unvergessen", schrieb der Bundespräsident dem Jubilar. Gorbatschow habe mit seinem politischen Handeln, aber auch mit seinem Vertrauen in ein geeintes Deutschland entscheidend dazu beigetragen, "dass die Teilung des europäischen Kontinents friedlich überwunden wurde".

Gorbatschow wisse, dass er in Deutschland viele Freunde habe, schrieb Steinmeier. Er solle auch wissen, dass "wir Deutsche Ihnen für Ihren unschätzbaren Beitrag zur friedlichen Einheit Deutschlands auf immer dankbar sein werden". Dieses "historische Glück" sei "alles andere als selbstverständlich" gewesen. "Es war das Werk vieler. Es war aber auch und ganz wesentlich Ihr Werk. Sie gehören zu den Menschen, die Geschichte gemacht haben."

Aus der Heimat kommen ebenfalls Glückwünsche

Russlands Präsident Wladimir Putin würdigte den Friedensnobelpreisträger zu dessen 90. Geburtstag als Persönlichkeit von Weltrang. "Sie gehören mit Recht zu jenen schillernden, ungewöhnlichen Menschen; herausragenden staatlichen Funktionären der Gegenwart, die einen bedeutenden Einfluss auf den Gang der nationalen und Weltgeschichte ausgeübt haben." Das schrieb Putin in einem Glückwunschtelegramm.

Gorbatschows "große professionelle Lebenserfahrung, Energie und schöpferische Kraft" würden ihm noch heute dabei helfen, "sich aktiv in eine erforderliche gesellschaftliche, aufklärerische Arbeit einzubringen", schrieb Putin. Gorbatschow kümmere sich noch immer um die Umsetzung internationaler humanitärer Projekte.

Bis heute ein Freiheitssymbol

Zu seinem Jubiläum schaut der erste und letzte Sowjetpräsident auf viele geopolitische Großtaten zurück: etwa auf die Deutsche Einheit, die er damals mit Kanzler Helmut Kohl aushandelte. Damit beendete er den Kalten Krieg. Unvergessen ist seine Politik von Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung), mit der er die Menschen einst von kommunistischer Gewaltherrschaft befreite. Viele Russen geben Gorbatschow die Schuld am Zerfall der Sowjetunion vor 30 Jahren.

Für den demokratisch gesinnten Teil der russischen Gesellschaft hingegen ist er bis heute ein Freiheitssymbol. Mit seiner politischen Stiftung und als Miteigentümer der kremlkritischen Zeitung "Nowaja Gaseta" gilt er weiter als eine wichtige Stimme in Russland. Immer wieder kritisierte der Politiker, der sich heute als Sozialdemokrat sieht, zunehmende Repressionen unter Putin - und warnte vor einem Rückfall in die Diktatur.

Quelle: ntv.de, cls/dpa/AFP

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