Panorama

Vom Markt in Wuhan um die Welt Wie sich das Coronavirus ausbreitet

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Die Quelle des Virus liegt im chinesischen Wuhan.

(Foto: imago images/Xinhua)

In China starben bereits mehr als 100 Menschen an dem neuartigen Coronavirus, Tausende sind infiziert. Dabei ist noch kein Monat vergangen, seit die chinesischen Behörden die Welt erstmals über eine neue mysteriöse Lungenkrankheit in der Stadt Wuhan informierten. Eine Chronologie:

31. Dezember: Erste Warnung aus Peking

Die chinesischen Behörden informieren die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über mehrere Fälle einer mysteriösen Lungenkrankheit in Wuhan, der Hauptstadt der zentralchinesischen Provinz Hubei. Demnach wurde der erste Fall bereits am 12. Dezember registriert.

Mehrere der Erkrankten arbeiteten auf einem Fisch-Großmarkt, auf dem aber auch andere Tiere wie etwa Ratten, Krokodile, Schlangen und Zibetkatzen angeboten wurden.

7. Januar: Neues Coronavirus als Erreger identifiziert

Laut WHO gelingt es chinesischen Experten, den Erreger 2019-nCoV zu identifizieren. Er gehört demnach zur großen Familie der Coronaviren, die harmlose Erkältungen auslösen können - aber auch schwere Atemwegserkrankungen wie Sars.

11. Januar: Erster Todesfall wird vermeldet

Die chinesischen Behörden berichten von einem ersten Toten, einem 61-jährigen Kunden des Fischmarkts in Wuhan.

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13. Januar: Beginn der Ausbreitung außerhalb Chinas

Die WHO bestätigt einen ersten Fall außerhalb Chinas: eine Patientin in Thailand, die aus Wuhan kam. Am 16. Januar bestätigt Japan seinen ersten Krankheitsfall: ein ebenfalls aus Wuhan eingereister Mann. In der Folge melden Südkorea, Taiwan, Nepal, Australien, Malaysia, Singapur, Vietnam, die USA und Kanada ebenfalls Fälle.

20. Januar: Chinesischer Experte bestätigt Mensch-zu-Mensch-Übertragung

Zhong Nanshan von Chinas nationaler Gesundheitskommission bestätigt erstmals eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Virus.

22. Januar: Behörden warnen vor Mutation des Virus

Die chinesischen Behörden warnen, dass der Erreger mutieren und damit deutlich ansteckender werden könnte.

23. Januar: Wuhan wird unter Quarantäne gestellt

Kurz vor Beginn des chinesischen Neujahrs, das in China einer Völkerwanderung gleichkommt, stellen die Behörden Wuhan mit seinen elf Millionen Einwohnern unter Quarantäne. Peking sagt vorsorglich alle größeren Neujahrsfeiern ab.

Die WHO beschließt nach einer zweitägigen Krisensitzung, vorerst keinen internationalen Gesundheitsnotstand auszurufen. Zur Begründung heißt es, bisher gebe es außerhalb Chinas "keine Hinweise" auf eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung.

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24. Januar: Erste Fälle in Europa

Mit der Bestätigung von zunächst zwei, dann drei Infektionen in Frankreich hat das Virus nun auch Europa erreicht.

25. Januar: China weitet Maßnahmen massiv aus

In China werden weitere Städte isoliert. De facto stehen nun knapp 60 Millionen Menschen unter Quarantäne. Die Zentralregierung in Peking untersagt alle Gruppenreisen ins In- und Ausland. Staatschef Xi Jinping beruft ein Krisentreffen der KP-Führung ein und spricht von einer "besorgniserregenden Situation".

26. Januar: USA, Frankreich und Japan wollen Bürger aus Wuhan ausfliegen lassen

Das US-Außenministerium kündigt an, seine Bürger aus Wuhan auszufliegen. Frankreich und Japan verkünden ähnliche Pläne.

27. Januar: Erster Krankheitsfall in Deutschland

Die Bundesregierung bereitet sich auf eine mögliche Rückholaktion für Deutsche aus Wuhan vor, wie Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) mitteilt. Im Raum Wuhan halten sich laut Auswärtigem Amt etwa 90 Deutsche auf.

Die WHO stellt klar, dass sie die weltweite Gefährdung inzwischen als "hoch" einstuft.

Am Abend meldet das bayerische Gesundheitsministerium den ersten 2019-nCov-Fall in Deutschland. Der Patient im oberbayerischen Landkreis Starnberg werde medizinisch überwacht, sei isoliert untergebracht und befinde sich "klinisch in einem guten Zustand".

28. Januar: Bestätigung von erster Mensch-zu-Mensch-Übertragung außerhalb Asiens und mehr als hundert Todesopfer in China.

Der erste Fall in Deutschland erweist sich als der erste bekannte Fall einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung außerhalb Asiens. Der 33-jährige Patient steckte sich nach Behördenangaben wohl bei einer aus China angereisten Kollegin an.

In China steigt die Zahl der offiziell registrierten Todesopfer auf 106, mehr als 4500 Menschen infizierten sich dort. Die Schul- und Semesterferien zum chinesischen Neujahr werden für unbestimmte Zeit verlängert.

Quelle: ntv.de, sba/AFP