Politik

Besuch am umstrittenen Yasukuni-Kriegsschrein Abe brüskiert die Nachbarn

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Abe (M.) auf dem Weg zu der Zeremonie.

(Foto: REUTERS)

Japans Ministerpräsident löst mit einem Besuch des umstrittenen Kriegsschreins Yasukuni scharfen Protest in China und Südkorea aus. Abe ist der erste Regierungschef seit sieben Jahren, der den symbolträchtigen Ort zu Ehren der Kriegstoten besuchte.

Der rechtskonservative japanische Ministerpräsident Shinzo Abe hat am 2. Weihnachtsfeiertag den umstrittenen Yasukuni-Schreins für die Kriegstoten besucht. Abe ist der erste japanische Ministerpräsident, der an dem Schrein betete, seitdem der damalige Regierungschef Junichiro Koizumi am 15. August 2006 anlässlich des Jahrestages der japanischen Niederlage im Zweiten Weltkrieg dort war. In dem Heiligtum unweit des Kaiserpalastes in Tokio werden auch verurteilte Kriegsverbrecher geehrt. Abe ist jetzt ein Jahr im Amt.

Fernsehbilder zeigten ihn, wie er sich vor dem Schrein verbeugte und dann einem Priester ins innere Heiligtum folgte. Danach sagte Abe vor Journalisten, es sei eine Selbstverständlichkeit für einen Regierungschef, denen die Ehre zu erweisen, die für ihr Land gestorben seien. "Ich habe nicht Absicht, die Gefühle des chinesischen oder des koreanischen Volkes zu verletzen", hob Abe hervor.

Peking verurteilte den Besuch scharf. Das chinesische Außenministerium nannte das Vorgehen von Abe "absolut inakzeptabel für die chinesische Bevölkerung". Der Besuch füge den "Gefühlen der Menschen in Asien großen Schaden zu", teilte das Ministerium mit.

In dem Schrein in Tokio gedenken die Japaner der rund 2,5 Millionen Seelen von in Kriegen für das Kaiserreich Gestorbenen - darunter die von 14 hingerichteten Kriegsverbrechern. Pilgergänge japanischer Politiker lösen bei Chinesen, Südkoreanern und Taiwanern immer wieder aufs Neue Wut aus. Vor allem das Verhältnis Tokios zu Peking ist wegen eines Streits um Inseln zurzeit angespannt.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa/AFP