Politik

Verschleierte Spende? AfD pumpt sich 640.000 Euro

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Hans-Olaf Henkel sprach sich explizit gegen den Kredit aus.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ein reicher Unternehmer leiht der Alternative für Deutschland eine stolze Summe. An der Parteispitze gibt es Streit, ob das in Ordnung ist. Schließlich könnte der Partei das als Annahme eines kaschierten Geschenks ausgelegt werden.

Die Alternative für Deutschland erhält einem Zeitungsbericht zufolge einen hohen sechsstelligen Kredit von einem Unternehmer aus Berlin. Der Unternehmer habe sich selbst als großzügiger Darlehensgeber angeboten, berichtete die "Welt" unter Berufung auf AfD-Vorstandskreise.

Die Partei wollte zu dem Bericht keine Stellung nehmen. Ein Parteisprecher verwies darauf, dass es um Privatpersonen gehe und datenschutzrechtliche Gründe einer Kommentierung des Berichts entgegenstünden.

Die Aufnahme des Kredits in Höhe von 640.000 Euro soll laut "Welt" im Bundesvorstand diskutiert und schließlich am 8. April bei zwei Enthaltungen beschlossen worden sein. In der entscheidenden Abstimmung sollen sich demnach die AfD-Europakandidaten Hans-Olaf Henkel und Marcus Pretzell enthalten haben.

AfD will bei Europa- und Landtagswahlen punkten

Henkel habe "nicht in die Mithaftung" gehen wollen, falls mit dem Kredit etwas schiefgehe, zitierte die Zeitung aus AfD-Vorstandskreisen. Dabei spiele unter anderem die Frage eine Rolle, wie der Kredit rechtlich zu beurteilen sei, falls ein Mitglied gegen diese Praxis klage. Problematisch könnten der angeblich niedrige Zins und die Aussicht auf vollständigen Erlass der Kreditsumme sein. Politikwissenschaftler werten die Praxis als verschleierte Parteispende.

Laut "Welt" hatte die AfD bereits während des Bundestagswahlkampfes von einem Hamburger Unternehmer zwei zinsgünstige Kredite über je 500.000 Euro erhalten. Angeblich habe der Zinssatz bei zwei Prozent pro Jahr gelegen, schrieb das Blatt. Innerhalb der AfD werde darauf verwiesen, dass die Zinsen sowohl bei den damaligen Krediten als auch beim Kredit des Berliner Unternehmers den derzeit marktüblichen Konditionen entsprächen.

Laut dem Bericht soll es allerdings zumindest ein Gespräch mit einer Sparkasse gegeben haben, die dann aber aufgrund des offenen Wahlausgangs sechs Prozent Zinsen verlangt habe. Auch deshalb habe sich der AfD-Vorstand für den Privatkredit entschieden. Den Informationen der "Welt" zufolge sollen die 640.000 Euro aus dem aktuellen Kredit nicht für den bevorstehenden Europawahlkampf, sondern nahezu vollständig für Landtagswahlkämpfe verwendet werden.

Quelle: n-tv.de, jog/AFP