Politik

Deutsch-russischer Gipfel Altschulden-Frage geklärt

Bundeskanzler Gerhard Schröder und Russlands Präsident Wladimir Putin haben den jahrelangen Streit um die russischen Altschulden beigelegt. Beide vereinbarten bei den deutsch-russischen Konsultationen in Weimar, dass Russland 500 Millionen Euro in Raten an Deutschland überweisen muss. Damit verzichtet die Bundesrepublik auf den größten Teil der zunächst geforderten Summe.

Streitgegenstand waren die Schulden der früheren Sowjetunion bei der DDR. Sie beliefen sich auf insgesamt 6,4 Milliarden sogenannter Transferrubel - die interne Verrechnungseinheit des Rates für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW), des 1990 aufgelösten Wirtschaftsverbundes der Ostblock-Staaten.

Gotische Glasfenster kehren zurück

Deutschland wollte ursprünglich einen Umrechnungskurs von einem Rubel für einen US-Dollar durchsetzen und hatte demzufolge eine Summe von 7,6 Milliarden Euro von Russland gefordert. Unberührt von der Einigung bleiben allerdings die Schulden Moskaus beim Pariser Club der Gläubiger-Staaten. Deutschland ist der größte Gläubiger Russlands.

Der russische Föderationsrat hat am Mittwoch der Rückgabe von gotischen Kirchenfenstern an Deutschland zugestimmt, die die Rote Armee nach Kriegsende aus der Marienkirche in Frankfurt (Oder) erbeutet hat. Die zweite Parlamentskammer bestätigte damit das Votum der Staatsduma vom vergangenen Freitag. Das Gesetz muss nun noch von Putin unterzeichnet werden.

Bei den Konsultationen in Weimar hatte Schröder die geplante Freigabe der 111 Glasfenster aus dem 14. Jahrhundert am Dienstag als "großherzige Geste" begrüßt. Die Fenster sollen pünktlich zur 750-Jahr-Feier der Marienkirche im nächsten Jahr zurück gebracht werden.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.