Politik

Tausende Pushbacks nach Mexiko Amnesty: USA fangen Kinder an Grenze ab

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Die Menschenrechtsorganisation Amnesty erhebt schwere Vorwürfe gegen die US-Regierung.

(Foto: picture alliance/dpa/ZUMA Wire)

Im Mai schlagen US-Grenzschützer Alarm: Sie verzeichnen so viele illegale Grenzübertritte wie seit 20 Jahren nicht. Amnesty berichtet, dass die Behörden in den USA und Mexiko das Problem sehr rabiat lösen: Tausende Kinder werden sofort in ihre Heimat zurückgeschickt, ohne Verfahren.

Die USA und Mexiko schieben nach einem Bericht von Amnesty International Tausende unbegleitete Kinder ohne ausreichende Fallprüfung in die Länder ab, aus denen sie flüchten. Nur Stunden nach ihrer Ankunft würden fast alle mexikanischen Kinder, die in den USA Zuflucht suchten, wieder über die Grenze geschickt, teilte die Menschenrechtsorganisation mit. Mexikanische Behörden schoben demnach ihrerseits die überwiegende Mehrheit unbegleiteter Kinder aus Mittelamerika in deren Heimatländer ab - aus denen sie oft wegen Gewalt oder Drohungen geflüchtet seien. Die meisten hätten Familienangehörige in den USA und wollten zu ihnen.

In den vergangenen Monaten sind die Zahlen der Migranten, die versuchen, über Mexiko in die USA zu gelangen, deutlich gestiegen. Im Mai verzeichnete der US-Grenzschutz CBP mehr als 180.000 illegale Übertritte der Südgrenze - so viele wie seit 20 Jahren nicht mehr in einem Monat. Darunter sind auch viele unbegleitete Minderjährige, obwohl die Zahl derer aus Mittelamerika zuletzt sank. US-Präsident Joe Biden behält bisher die Regelung seines Vorgängers Donald Trump bei, wegen der Corona-Pandemie alle Migranten ohne Papiere an der Südgrenze zurückzuweisen - auch Asylsuchende. Bei unbegleiteten Minderjährigen macht sie aus humanitären Gründen eine Ausnahme - dem Bericht zufolge aber nicht bei mexikanischen Kindern.

Erste Reise von Vizepräsidentin Harris

Auch setzt die Biden-Regierung, wie ihre Vorgängerin, darauf, dass Migranten auf dem Weg in die USA bereits in Mexiko und Mittelamerika aufgehalten werden. Biden hat Vizepräsidentin Kamala Harris damit beauftragt, sich federführend darum zu kümmern, die illegale Migration an der US-Südgrenze durch Bekämpfung der Fluchtursachen in Mittelamerika einzudämmen.

Ihre erste Auslandsreise im Amt führte sie Anfang der Woche nach Guatemala und Mexiko. Mit deren Präsidenten besprach sie unter anderem die Koordinierung der Grenzschutzbemühungen in der Region. "In der Realität bedeutet das eine Ausweitung des Abfangens und der erzwungenen Rückführung Tausender unbegleiteter Kinder in ihre Herkunftsländer, wo sie möglicherweise Schaden nehmen", hieß es von Amnesty International.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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