Politik

Unterschiedliche Ziele in Syrien Ankara und Moskau versöhnen sich

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Russische Soldaten überwachen die Essensausgabe für syrische Flüchtlinge aus Aleppo.

(Foto: REUTERS)

Der Tod türkischer Soldaten in Syrien und eine Äußerung Erdogans sorgen für neuen Ärger im russisch-türkischen Verhältnis. Bei einem Treffen in Alanya sprechen sich die Außenminister beider Länder aus. Machthaber Assad bleibt der Streitpunkt.

Für den Tod von vier türkischen Soldaten in Syrien sind nach Angaben der russischen Regierung weder russische noch syrische Truppen verantwortlich. Sie hätten mit dem Vorfall vom 24. November nichts zu tun, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow bei einer Pressekonferenz mit seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu im südtürkischen Alanya. "Beim Kampf gegen Terroristen müssen wir weiter unsere Koordinierung verbessern", sagte Lawrow.

In der vergangenen Woche waren vier türkische Soldaten bei einem Luftangriff im Norden Syriens getötet worden. Ankara machte syrische Regierungstruppen dafür verantwortlich. Mittlerweile berichten türkische Medien, die Soldaten seien von Kämpfern des Islamischen Staates getötet worden.

Erdogan sorgt für Irritationen

Vor Lawrows Besuch hatte außerdem türkische Äußerungen zum syrischen Machthaber Baschar al-Assad für Irritationen in Russland gesorgt. Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte über den türkischen Militäreinsatz in Nordsyrien: "Wir sind dort einmarschiert, um die Herrschaft des Staatsterror verbreitenden Despoten Assad zu beenden."

Bei der Pressekonferenz mit Lawrow sagte Cavusoglu nun: "Beim Thema Assad können wir hier und da anders als Russland denken, das ist auch normal. Aber im allgemeinen Rahmen sind wir in Sachen Waffenruhe, humanitärer Hilfe, politischer Lösung und politischer Wende einer Meinung mit Russland." Ziel der türkischen Militäroperation sei es, die Region vom Islamischen Staat, aber auch von anderen "Terrororganisationen" wie den Kurden-Milizen der YPG zu säubern.

Die Türkei unterstützt in Syrien oppositionelle Kräfte im Kampf gegen den IS. Das türkische Militär geht auch gegen kurdische Milizen vor, um deren Vormarsch dort zu stoppen. Russland arbeitet in Syrien eng mit Machthaber Assad zusammen.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa/AFP