Politik

Komiker Dieudonné auf Gästeliste Antisemiten-Kongress in Brüssel verboten

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Der rechtsextreme belgische Abgeordnete Laurent Louis zeigt im Kreise seiner Anhänger den "Quenelle"-Gruß.

(Foto: picture alliance / dpa)

Auf Einladung eines rechtsextremen Politikers soll in Brüssel der "Kongress der Dissidenz" stattfinden - auch der umstrittene Komiker Dieudonné gehört zu den Gästen. Der Bürgermeister verbietet das Treffen, schließlich müssen sogar Wasserwerfer eingesetzt werden.

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Der französische Komiker Dieudonné stand auf der Gästeliste des "Kongress der Dissidenz". Er gilt als Erfinder des "Quenelle"-Grußes.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Bürgermeister der belgischen Stadt Anderlecht hat einen geplanten Kongress von Antisemiten verboten. Unter anderem wollte der umstrittene französische Komiker Dieudonné an der Veranstaltung teilnehmen. Wie Bürgermeister Eric Tomas erklärte, seien Sicherheitsbedenken der Grund für das Verbot. Ebenso wurden Kundgebungen für oder gegen den Kongress untersagt. Die Polizei setzte Wasserwerfer gegen 500 Demonstranten ein, die sich dem Verbot widersetzten.

Zu dem "Kongress der Dissidenz" hatte unter anderem der rechtsextreme belgische Abgeordnete Laurent Louis aufgerufen. Jüdische Organisationen verurteilten das geplante Treffen als "antisemitisches Hassfest". Neben dem wegen antisemitischer Äußerungen scharf kritisierten Dieudonné standen unter anderem der rechtsextreme französisch-schweizerische Autor Alain Soral und der Franzose Kémi Séba von der antisemitischen Gruppe Tribu Ka auf der Gästeliste.

"Dem Druck der Behörden nicht beugen"

Anderlechts Bürgermeister Tomas erklärte, er habe am Samstagabend davon erfahren, dass der Kongress in seiner Gemeinde stattfinden solle. Die Organisatoren hatten den Veranstaltungsort zuvor geheim gehalten.

Alle Gäste hätten unabhängig von einem möglichen Verbot ihre Teilnahme zugesagt, erklärte Louis am Sonntag kurz vor der Bekanntgabe der Entscheidung auf seiner Facebook-Seite. Er forderte seine Unterstützer auf, sich nicht dem Druck der Behörden zu beugen und sich in Anderlecht zu friedlichen Kundgebungen zu versammeln.

Rund 500 Demonstranten folgten seinem Aufruf. Viele zeigten den als Anspielung auf den Hitler-Gruß bewerteten "Quenelle"-Gruß, bei dem die linke Hand auf den durchgestreckten rechten Arm gelegt wird. Urheber des Grußes ist Dieudonné. Er wurde auch schon von dem französischen Fußballstar Nicolas Anelka und führenden Mitgliedern der rechtsextremen Front National gezeigt.

Die Polizei löste die Demonstration nach eigenen Angaben mit Wasserwerfern auf. Verletzte oder Festnahmen gab es demnach aber nicht. Louis forderte seine Anhänger schließlich auf, nach Hause zu gehen.

Quelle: ntv.de, bwe/AFP