Politik

Direktor von zwei Offshore-Firmen Argentiniens Macri beteuert seine Unschuld

0283e6e3d7d20141a80297bff3a6a0f4.jpg

Argentiniens Präsident Mauricio Macri ist sich keiner Schuld bewusst: "Ich habe mich an das Gesetz gehalten."

(Foto: AP)

Die "Panama Papers" bringen den nächsten Staatschef in Bedrängnis: Der argentinische Präsident Macri gibt zu, an Offshore-Firmen beteiligt zu sein. Illegal sei daran aber nichts, beteuert er. Die Staatsanwaltschaft will trotzdem ermitteln.

Argentiniens Staatschef Mauricio Macri hat Vorwürfe zurückgewiesen, er besitze illegale Briefkastenfirmen in Panama. Er habe nichts "mit bösartiger Absicht" in seiner eidesstattlichen Offenlegung seines Vermögens weggelassen, sagte Macri in einer Fernsehansprache zu den Enthüllungen durch die "Panama Papers". "Ich bin ruhig. Ich habe mich an das Gesetz gehalten. Ich habe nichts zu verbergen", sagte der konservative Präsident.

Im Laufe des Tages will Macri einem Richter alle nötigen Informationen vorlegen. Dann werde dieser sehen können, dass alles "korrekt" verlaufen sei. Er hatte vor seiner Wahl im vergangenen Dezember versprochen, Korruption zu bekämpfen.

Offshore-Firmen auf den Bahamas und in Panama

794cb04080f5ef8811b76d70808bdb33.jpg

Vor dem Präsidentenpalast in Bunenos Aires fordern die Menschen Macris Rücktritt.

(Foto: AP)

Zuvor hatte der argentinische Staatsanwalt Federico Delgado ein Ermittlungsverfahren gegen den Staatschef im Zusammenhang mit zwei Offshore-Firmen beantragt. Der zuständige Richter muss entscheiden, ob er die Anklage zulässt und damit die Ermittlungen in Gang setzt. Vorausgegangen war eine Anzeige wegen Steuerflucht gegen Macri durch einen Oppositionspolitiker. Dabei geht es um eine mutmaßliche Beteiligung des Präsidenten an zwei Offshore-Firmen namens "Kagemusha" und "Fleg Trading" auf den Bahamas und in Panama. Nach Medienberichten wird Macri als Direktor der beiden Firmen geführt.

Die "Panama Papers" haben auch den britischen Premier David Cameron in Bedrängnis gebracht. Er gestand am Donnerstag in einem Fernsehinterview, an einer Briefkastenfirma beteiligt gewesen zu sein. Er habe vor seinem Amtsantritt als Regierungschef zusammen mit seiner Frau Anteile im Wert von rund 30.000 Pfund, umgerechnet 37.000 Euro, am Blairmore Investment Trust besessen - die Einnahmen aus dem Geschäft habe er aber rechtmäßig in Großbritannien versteuert.

SZ: Panama-Quelle in Lebensgefahr

Die "Panama Papers" über die in Panama-Stadt ansässige Kanzlei Mossack Fonseca haben in den letzten Tagen weltweit Steuerfahnder auf den Plan gerufen. Den isländischen Regierungschef Sigmundur David Gunnlaugsson zwangen sie gar zum Rücktritt.

Die Quelle für die geheimen Unterlagen will die "Süddeutsche Zeitung" ("SZ") um "nahezu jeden Preis" schützen. Dies sei eine der Bedingungen für die Übergabe der Daten an sein Blatt gewesen, sagte "SZ"-Chefredakteur Wolfgang Krach in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Hinzu komme, dass die Quelle in den zurückliegenden Tagen signalisiert habe, sie befinde sich in Lebensgefahr.

Offshore-Geschäfte sind nicht per se illegal. Briefkastenfirmen können allerdings zur Steuerhinterziehung oder Geldwäsche genutzt werden.

Quelle: n-tv.de, chr/AFP/dpa

Mehr zum Thema