Politik

Inhaftierte Deutsche im Iran Außenamt wagt keine Prognose

2010-12-28T175139Z_01_TAB03_RTRMDNP_3_IRAN.JPG8791603556322924893.jpg

Der beiden deutschen Journalisten sind seit dem 10. Oktober in iranischer Haft.

(Foto: REUTERS)

Der zuständige Staatsanwaltschaft im Iran kündigt eine baldige Entscheidung im Fall der inhaftierten deutschen Journalisten an. In Berlin weist das Auswärtige Amt darauf hin, dass ein Zeitplan noch nicht klar ist.

2010-12-28T174817Z_01_TAB02_RTRMDNP_3_IRAN.JPG6968670216008087969.jpg

Nach elf Wochen durften sie erstmals Familienangehörige treffen.

(Foto: REUTERS)

Das Auswärtige Amt hat keine Anhaltspunkte für eine schnelle Freilassung der seit fast drei Monaten im Iran inhaftierten beiden deutschen Reporter. "Unser Ziel ist die möglichst baldige Freilassung unserer beiden deutschen Staatsangehörigen und ihre Rückkehr in die Heimat. Einen genauen Zeitplan dafür kann ich Ihnen leider zur Stunde nicht geben", sagte Außenamtssprecher Andreas Peschke. Nach dem Treffen mit den Inhaftierten am Vortag kehrten die beiden Angehörigen nach Deutschland zurück.

Die Untersuchungen der iranischen Behörden zu dem Fall seien noch nicht abgeschlossen, sagte der Sprecher. Das Ministerium bemühe sich "in diesem Geflecht der verschiedenen iranischen Institutionen, die sich mit dem Fall beschäftigen", auf allen möglichen Kanälen um eine schnelle Lösung des Falles. Das Ministerium müsse zur Kenntnis nehmen, "dass die Stimmen der iranischen Politik immer wieder auf die Justiz verweisen".

Das iranische Außenministerium hatte im Zusammenhang mit dem ersten Treffen der Reporter mit Verwandten Spekulationen zurückgewiesen, es stehe eine baldige Freilassung bevor. Der Fall sei in den Händen der Justiz, die bestimmen werde, ob die Deutschen schuldig oder unschuldig seien.

"Beide haben mehrmals gestanden"

2v9o1507.jpg607857827059751926.jpg

Das Treffen fand im Pars Hotel in Täbris statt und wurde vom iranischen Fernsehen übertragen.

(Foto: dpa)

Der Staatsanwalt der iranischen Stadt Täbris hatte zuvor angekündigt, dass die Überprüfungen bald beendet sein werden.  "Wie in jedem anderen Fall auch, gibt es auch in diesem Fall das normale Prozedere und die Justiz wird eine Entscheidung treffen, sobald die Überprüfungen beendet sind", sagte sagte Mussa Chalil-Elahi in einem Interview mit der Webseite des staatlichen Senders IRIB. "Die beiden haben seit ihrer Inhaftierung mehrmals gestanden, dass sie gegen die Gesetze des Landes verstoßen haben", fügte der Staatsanwalt hinzu, ohne die Folgen der Geständnisse weiter zu erläutern.

Die Journalisten waren am 10. Oktober in Täbris bei dem Versuch verhaftet worden, den Sohn und den Anwalt von Sakineh Mohammadi-Aschtiani zu interviewen. Die Frau war wegen Ehebruchs zum Tode durch Steinigung verurteilt worden. Den Reportern wird ein Verstoß gegen Visa-Regelungen vorgeworfen.

Quelle: ntv.de, dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen