Politik

Reaktion auf AfD-Anfeindungen"Bauhaus-Manifest" macht sich für Kunstfreiheit und Weltoffenheit stark

20.08.2026, 14:28 Uhr
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Die Bauhaus-Künstler in Dessau wurden von den Nationalsozialisten verfolgt. (Foto: dpa)

Die AfD in Sachsen-Anhalt sorgt für Aufsehen, als sie das prestigeträchtige Bauhaus - wie schon die Nationalsozialisten - als "Irrweg der Moderne" bezeichnet. Nun stellt sich ein breites Bündnis aus Kunst und Kultur hinter die renommierte Dessauer Kunstschule.

Wenige Wochen vor der Wahl in Sachsen-Anhalt machen sich Kulturschaffende, Handwerk, Architekten und Kirchen in einem "Bauhaus-Manifest" für die Freiheit der Kunst und eine weltoffene Gesellschaft stark. Initiator ist Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. "Gemeinsam machen wir deutlich, dass wir das Bauhaus und seine Prinzipien stärken und gegen jede Art von demokratiefeindlichen Angriffen verteidigen wollen", sagte der parteilose Politiker.

Hintergrund sind Anfeindungen der AfD gegen das Bauhaus. Die Partei hatte das Bauhaus im sachsen-anhaltischen Landtag als "Irrweg der Moderne" bezeichnet. Das Bauhaus war 1919 vom Architekten Walter Gropius und anderen als Kunstschule in Weimar gegründet worden und später nach Dessau umgezogen. Seine künstlerischen Ansätze und Designformen beeinflussen bis heute Kunst und Architektur.

"Das Bauhaus zeigt, welche innovative Kraft entsteht, wenn Kunst, Handwerk, Design und Technologie zusammenwirken. Es steht für Kreativität und Austausch, Mut und Offenheit für neue Ideen", sagte Weimer weiter. Das seien Werte, die damals wie heute wichtige Impulse gäben.

Das "Bauhaus-Manifest 2026" unterstützen unter anderem die Akademie der Künste, der Deutsche Kulturrat, der Deutsche Designtag, der Deutsche Städtetag, der Deutsche Museumsbund, der Zentralverband des Deutschen Handwerks sowie die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland. Das Papier erinnert an die Anfeindung des Bauhauses durch das Nazi-Regime und mahnt zur Erinnerungskultur.

In dem Manifest heißt es, Theater, Museen, Bibliotheken, Konzerthäuser und andere Kulturorte müssten als Räume des Perspektivwechsels, des Widerspruchs und des demokratischen Dialogs gestärkt und gegenüber parteipolitischen Interessen und Einflussnahmen geschützt werden. Und: "Kulturfeindlichen Nationalismus lehnen wir ab."

Gegenpol zu "patriotischer Kulturpolitik" der AfD

Die AfD wird in dem "Bauhaus-Manifest 2026" zwar nicht namentlich erwähnt. Das Papier ist aber eine Art Gegenentwurf zu den Zielen der Partei, die in Sachsen-Anhalt eine Alleinregierung anstrebt. Sie will nach eigenen Angaben eine "patriotische Kulturpolitik" und vorwiegend Kunst fördern, die "einen Beitrag zu deutscher Identitätsfindung leistet". Ihr Vorbild ist Ungarns früherer Ministerpräsident Viktor Orbán. Die Werbekampagne Sachsen-Anhalts mit dem Slogan "#moderndenken" will sie durch das Motto "#deutschdenken" ersetzen.

Weimer hat das Bauhaus schon in den vergangenen Monaten immer wieder verteidigt und vor finanziellen Einschnitten bei der Institution gewarnt. Der Gründer Gropius hatte 1919 in einem eigenen "Bauhaus-Manifest" die Ziele der Kunst- und Architekturschule abgesteckt. In Dessau erlebte sie dann von 1926 an für wenige Jahre ihre Blütezeit. Dabei entstanden nicht nur Möbel, Leuchten, Schmuck und Gebrauchsgegenstände. Dank neuer Materialien und neuer Techniken machten sie das Wohnen in einer Zeit der Knappheit für viele Menschen bezahlbar. 1933 wurde das Bauhaus von den Nazis geschlossen.

Quelle: ntv.de, nvm/dpa

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