Politik
Donnerstag, 18. September 2008

"Schweigend" für Juden eingesetzt: Benedikt verteidigt Papst Pius

Papst Benedikt XVI. hat Pius XII. gegen den Vorwurf verteidigt, während des Dritten Reiches nicht genügend für die verfolgten Juden getan zu haben. Kurz vor dem 50. Todestag von Pius XII. am 9. Oktober forderte Benedikt in Rom, die bestehenden Vorurteile zu überwinden. Dieser Papst habe keine Mühe gescheut, sich für die Juden einzusetzen, "sei es direkt, sei es durch Anweisungen an einzelne oder an Einrichtungen der katholischen Kirche", erklärte der deutsche Kirchenführer nach Angaben von Radio Vatikan. Benedikt äußerte sich vor einer amerikanisch-jüdischen Stiftung, die sich in Rom mit Pius XII. und seiner Politik befasst.

Benedikt zeigte Verständnis dafür, dass der Einsatz dieses Papstes nach außen hin "schweigend" verlaufen sei. "Seine Interventionen waren geheim und still, weil es in der gegebenen Situation des schwierigen historischen Moments nur so möglich war, das Schlimmste zu verhindern", sagte er. Pius XII. (1939-1958) war immer wieder vorgeworfen worden, zum Holocaust geschwiegen zu haben.

Nach einer teilweisen Öffnung der vatikanischen Geheimarchive ergibt sich ein differenzierteres Bild dieses Papstes, der zuvor als Nuntius in Berlin tätig war und danach als Kardinalstaatssekretär. Noch nicht freigegeben sind Dokumente zu seinen Jahren als Papst.

Quelle: n-tv.de