Politik

Missbrauch besser vorbeugen Bergmann will Lehrer schulen

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Christine Bergmann bei einer Pressekonferenz am 24. Mai 2011.

picture alliance / dpa

Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Bergmann, fordert deutlich mehr Lehrerfortbildungen zur Prävention von Kindesmissbrauch. So belege eine Studie eine Vielzahl von Verdachtsfällen in den letzten drei Jahren. Zudem soll an jeder Schule ein Schutzkonzept das Vorgehen bei einem Missbrauchsverdacht regeln.

Die Regierungsbeauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, Christine Bergmann, hat eine deutliche Ausweitung der Lehrerfortbildungen zur Prävention von Missbrauch gefordert. "Alle Lehrerinnen und Lehrer müssen fortgebildet sein", betonte Bergmann im ZDF.

So will die 61-Jährige heute eine Studie zum sexuellen Kindesmissbrauch vorstellen, nach der in den vergangenen drei Jahren an 40 Prozent aller Schulen Verdachtsfälle bekannt geworden sind. Es gebe sehr viel Hilflosigkeit im Umgang mit den Fällen, sagte Bergmann. Deshalb müssten die Lehrer zumindest soweit geschult werden, dass sie wissen, wo sie sich professionellen Rat holen können.

Wie Bergmann festhielt, wird Kindesmissbrauch in mehr als der Hälfte der Fälle dadurch bekannt, dass sich die Opfer jemandem anvertrauen. Gerade Kinder, die in ihrer eigenen Familie missbraucht werden, würden sich aber an Vertrauenspersonen außerhalb ihrer Familien wenden. Diese - ob in Schulen, Vereinen, Kirchen oder anderen Einrichtungen - sollten fähig sein, den Kindern das Signal auszusenden, dass sie wirklich zu ihnen kommen können.

Schulen brauchen Schutzkonzepte

Bergmann forderte, jede Schule müsse ein Schutzkonzept erarbeiten, das das Vorgehen bei einem Missbrauchsverdacht genau festlegt. Allerdings sei die richtige Reaktion auf einen bereits vollzogenen Missbrauch nicht das Wichtigste. "Es muss genauso wichtig sein zu gucken, was kann man präventiv tun. Da muss einfach noch viel gelernt werden", so die SPD-Politikerin.

Die ehemalige Bundesfamilienministerin ist seit März vergangenen Jahres mit der Aufarbeitung der Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs befasst, die Anfang 2010 das Land erschüttert hatten. Im Zuge ihrer Tätigkeit als unabhängige Regierungsbeauftragte ließ Bergmann auch eine Studie vom Deutschen Jugendinstitut erstellen. Diese Ergebnisse will sie nun präsentieren.

Quelle: n-tv.de, AFP

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