Politik

70 Jahre nach Atombombenabwurf Bericht: Obama will Hiroshima besuchen

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Die Atombombe "Little Boy" hinterließ in Hiroshima eine Schneise der Verwüstung.

(Foto: picture alliance / dpa)

Obwohl Nazi-Deutschland im Mai 1945 kapituliert, kämpft Japan im Pazifik weiter. Erst als wenige Monate später die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki fallen, gibt das Land auf. Jetzt will Barack Obama die Städte als erster US-Präsident besuchen.

US-Präsident Barack Obama will einem Bericht zufolge nach dem G7-Gipfel in Japan die Stadt Hiroshima besuchen. Washington werde gemeinsam mit Tokio einen Besuch Obamas am 27. Mai arrangieren, berichtet die Wirtschaftszeitung "Nikkei" unter Berufung auf Vertreter der US-Regierung. Ein Besuch Obamas in Hiroshima wäre der erste eines amtierenden US-Präsidenten und hätte enorme Symbolkraft. Schon 2009 hatte er angekündigt, die Städte besuchen zu wollen.

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Heute erinnert der Friedenspark im Zentrum Hiroshimas an den Atombombenabwurf 1945.

(Foto: REUTERS)

Dem Bericht zufolge will Obama bei seinem Besuch in Hiroshima auch eine Rede zur nuklearen Abrüstung halten. Er erwäge außerdem, Blumen am Mahnmal in Hiroshima niederzulegen, schreibt das Blatt. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe werde Obama voraussichtlich bei seiner Visite in die südwestjapanische Stadt begleiten.

Erst in der vergangenen Woche hatte John Kerry als erster Außenminister der USA das Mahnmal zum Atombombenabwurf in Hiroshima besucht und sich dabei "tief bewegt" gezeigt. Er hoffe, dass eines Tages auch der Präsident der Vereinigten Staaten unter den Besuchern in der japanischen Stadt sein werde, sagte Kerry. Der G7-Gipfel findet am 26. und 27. Mai in der Region Ise-Shima zwischen Tokio und Osaka statt.

Mehr als 210.000 Tote

Mit den Atombombenabwürfen über Hiroshima und wenige Tage später über Nagasaki im August 1945 zwangen die USA Japan zur Kapitulation im Zweiten Weltkrieg. Bis heute ist unter Historikern aber strittig, ob die Kapitulation nicht auch ohne die Abwürfe unmittelbar bevorstand. In Hiroshima wurden 140.000 Menschen durch die Bombe getötet oder starben an Spätfolgen. Der Angriff auf Nagasaki kostete 74.000 Menschen das Leben.

Sollte die Reise allerdings den Charakter einer Entschuldigung erhalten, könnte dies in den USA zu Kontroversen führen. Die meisten US-Bürger sind der Ansicht, dass der Atombombeneinsatz zur Beendigung des Zweiten Weltkriegs gerechtfertigt war.

Quelle: ntv.de, chr/AFP/rts

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