Politik

Spendertreffen in Mar-a-Lago Biden will antreten, Trump würde gewinnen

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Donald Trump und Joe Biden während einer TV-Debatte zur Wahl 2020.

(Foto: imago images/VCG)

US-Präsident Biden will für eine zweite Amtszeit kandidieren. Sein Vorgänger Trump bereitet sich schon gewissenhaft auf 2024 vor. Der wolle "unbedingt eine Revanche", sagt einer seiner Berater. Derzeit hätte Trump exzellente Erfolgsaussichten.

Wie eine Wiederwahlkampagne aussehen könnte? "Er kann aktuell schon kaum seinen Job machen!", heißt es am Montag in einer entsprechenden Diskussionsankündigung über US-Präsident Joe Biden beim bekannten TV-Moderator Hannity: "Trotz seiner abgrundtief schlechten Zustimmungswerte" wolle der Demokrat wieder antreten, aber wie solle er in seinem Zustand einen Wahlkampf durchstehen? Das sind die Fragen, mit denen der konservative Fernsehsender Fox News Zuschauer anlocken will. Die Ankündigung ist gepaart mit einem Foto des Präsidenten, dass ihn mit karikaturesk verzogenem Mund zeigt. Der Grund? Zuvor hatte Bidens Sprecherin gesagt, der Präsident habe vor, 2024 für eine zweite Amtszeit zu kandidieren.

Es ist üblich, dass dies geschieht. Aber nicht in dem Alter, in dem der Demokrat ist. Nach einem erneuten Wahlsieg wäre Biden bei Amtsantritt 82 Jahre alt. Schon im vergangenen Jahr hatten konservative Medien immer wieder die angeblich mangelhafte Gesundheit Bidens zum Thema gemacht, um ihn als "unfit for office" darzustellen. Zuletzt schnitt Biden bei einem Gesundheitscheck insgesamt gut ab, zeigte aber einige Verschlechterungen gegenüber dem Vorjahr, darunter steifere Bewegungen und häufigeres Husten.

Prognosen über die weitere Entwicklung sind äußerst schwierig. Es ist nicht auszuschließen, dass sich der Zustand des Präsidenten tatsächlich innerhalb der nächsten Jahre verschlechtert, dann könnte etwa Vizepräsidentin Kamala Harris versuchen, als erste Frau ins Weiße Haus einzuziehen. Es könnte aber auch ganz anders kommen.

Trump bearbeitet fünf Bundesstaaten

Wer auch immer für die Demokraten antritt, viele im politischen Washington rechnen fest damit, dass der republikanische Widersacher Donald Trump heißen wird. "Verlieren ist nie einfach, nein, für mich nicht", hatte Trump am Wahltag 2020 gesagt. Eingestanden hat er seine Niederlage öffentlich nie. Schuld waren und sind zudem die anderen. Derzeit konzentriert sich der Ex-Präsident auf die kommenden Zwischenwahlen, doch offenbar gibt es schon eine erste Strategie für 2024. "Trump will unbedingt eine Revanche gegen Biden", wird ein Berater des Ex-Präsidenten im US-Magazin "Politico" zitiert.

In den fünf Bundesstaaten, die seine Niederlage besiegelt hatten, prüft sein Team die Wählerschaft dem Magazin zufolge bereits auf Herz und Nieren. Die Ergebnisse sind aus Trumps Sicht vielversprechend. Der Ex-Präsident würde demnach relativ deutlich gegen Biden gewinnen: in Arizona mit acht Prozent Vorsprung, in Georgia mit drei Prozent, in Michigan mit zwölf Prozent, in Pennsylvania mit sechs Prozent und in Wisconsin mit zehn Prozent. "Umfrage um Umfrage zeigt, dass Ex-Präsident Trump noch immer der 800-Pfund-Gorilla in der republikanischen Partei ist und ihr Kandidat wäre, sollte er antreten", sagte der leitende Meinungsforscher.

Trump hatte in allen fünf Bundesstaaten mit weniger als drei Prozent gegen Biden verloren und seither nie komplett aufgehört, dort Wahlkampf zu machen. Viermal ist er seit seiner Niederlage in diesen Landesteilen aufgetreten und unterstützt öffentlich Dutzende Kandidaten für verschiedene Ämter. Trump wäre jetzt schon besser vorbereitet als bei seiner erfolgreichen Wahl 2016, hat seine eigene Wählerbasis und seinen Kosmos aus unterstützenden Medien sowie Wahlkampforganisationen, die nie aufgehört haben, Geld aus der Bevölkerung einzusammeln. Anfang Dezember soll es eine weitere Veranstaltung für republikanische Großspender in Trumps Golfresort Mar-a-Lago geben.

Die Parallele zwischen ausgegebenem Geld und Wahlerfolg ist für Kongresskandidaten groß. Eine Kausalität ist schwierig festzustellen, doch die besten Erfolgsaussichten haben Politiker, die mehr Geld als ihre Konkurrenz in den Wahlkampf stecken, stellte das US-Datenmedium "FiveThirtyEight" fest. Von 2000 bis 2016 gewannen im Senat rund 80 Prozent der Kandidaten mit den höchsten Ausgaben, im Repräsentantenhaus waren es mehr als 90 Prozent. Auch wurde ein Zusammenhang zwischen ausgegebenem Geld und Anteil der Wählerstimmen nachgewiesen. Seit 2010 gibt es in den USA praktisch keine Beschränkungen für Wahlfinanzierung mehr. Das Duell Biden gegen Trump war der teuerste Wahlkampf aller Zeiten.

Egal, wer nun gegen wen 2024 antritt, schon für die Kongresswahlen 2022 stehen die Zeichen nicht gut für Biden. Von den sieben vergangenen Zwischenwahlen verlor die jeweils regierende Partei bei fünf Wahlen deutlich. Doch im Hinblick auf 2024 hoffen die Demokraten womöglich, dass die Republikaner im Kongress nach einem Wahlerfolg weit nach rechts driften. Das könnte die Chancen für die Demokraten erhöhen; einen ähnlichen Effekt gab es 2020, als die US-Amerikaner in Rekordzahl wählten, um Trump loszuwerden.

Quelle: ntv.de

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