Politik

"Ab jetzt auch für Palästina" Bin Laden tönt wieder

El-Kaida-Chef Osama bin Laden hat angekündigt, seine Gruppe werde künftig auch für die Unabhängigkeit der Palästinenser kämpfen. "Ich versichere besonders unseren Brüdern in Palästina, dass wir unseren Dschihad ausweiten werden", sagte der Extremistenführer in einer Tonaufnahme, die auf einer von Islamisten benutzten Internetseite veröffentlicht wurde. Das palästinensische Territorium müsse "vom Mittelmeer bis zum Jordan" befreit werden. "Wir werden nicht auf einem einzigen Zentimeter palästinensischen Bodens einen Staat für die Juden akzeptieren." Zugleich warf bin Laden den USA vor, sich mit Hilfe einer neuen Einheitsregierung im Irak die Kontrolle über die dortigen Erdölvorkommen sichern zu wollen.

Mit Blick auf die Entwicklungen in den Palästinensergebieten kritisierte bin Laden auch die Rolle Saudi-Arabiens, das dort im Februar eine mittlerweile zerbrochenen Koalition der rivalisierenden Parteien Fatah und Hamas vermittelt hatte. Die Regierung in Riad sei Teil eines Versuchs, die islamistische Hamas von ihren Wurzeln im bewaffneten Kampf abzubringen. König Abdullah sei der "wichtigste Agent" der USA.

Im Irak wollten die Vereinigten Staaten eine mit ihnen verbündete Regierung etablieren, die dort große US-Stützpunkte hinnehmen und den Amerikanern so viel Öl geben werde, wie sie wünschten, sagte der Islamistenchef weiter. Die angestrebte irakische Regierung sollen den USA helfen, gemeinsam mit Alliierten wie Saudi-Arabien die Region vollständig zu kontrollieren. Jeder, der sich an einer neuen Einheitsregierung in Bagdad beteilige, wende sich damit vom Islam ab.

Keinen Bezug nahm bin Laden auf Anschuldigungen, seine Gruppe stecke hinter der Ermordung der pakistanischen Oppositionsführerin Benazir Bhutto. Ein dortiger El-Kaida-Kommandant hatte dies zurückgewiesen.

Ein für die Terrorismusbekämpfung zuständiger US-Vertreter sagte, seine Regierung prüfe die Botschaft. Allerdings gebe es keinen Grund, an ihrer Echtheit zu zweifeln.

Quelle: ntv.de