Politik
Video
Freitag, 25. November 2011

Internationale Verbindungen: "Blood and Honour" lieferte Plan

Ein weiterer mutmaßlicher Neonazi-Terrorist ist gefasst. Inzwischen sind die Hinweise auf ein größeres Netzwerk nicht mehr zu übersehen. Inspiriert wurde das Zwickauer Terror-Trio offenbar von Anschlagsideen internationaler Gesinnungsgenossen. Der militärische Arm von "Blood and Honour" schlug genau das vor, was Zschäpe, Mundlos und Bönhardt umsetzten.

Inzwischen ist das Terror-Trio aus Sachsen mindestens zu einem Quintett angewachsen.
Inzwischen ist das Terror-Trio aus Sachsen mindestens zu einem Quintett angewachsen.(Foto: REUTERS)

Hinter den Mitgliedern der Zwickauer Neonazi-Zelle Terror-Trio könnte nach Informationen der ARD ein größeres Netzwerk stehen, das sich auf die Strukturen der im Jahr 2000 in Deutschland verbotenen rechtsextremen Organisation "Blood and Honour" stützt. Nach Erkenntnissen von Ermittlern hätten die Mitte der 90er Jahre gemeinsam mit anderen Personen aus dem rechtsextremen "Thüringer Heimatschutz" konspirativ "Blood and Honour"-Konzerte organisiert, berichtete der Sender. Daraus sei eine "eingeschworene Clique" entstanden.

"Blood and Honour" ist ein internationales Netzwerk von Rechtsextremen, das vor allem konspirative Konzerte organisiert und rechtsextreme Tonträger verbreitet. Unter dem Namen "Combat 18" baute die Organisation vor vielen Jahren zudem einen bewaffneten Arm auf.

Anschlagspläne von "Combat 18"

Die Verbindung der Zwickauer Zelle zu "Blood and Honour" ist vor allem deshalb brisant, weil die Rechtsterroristen bei ihren Anschlägen genau nach einer Blaupause gearbeitet haben sollen, wie sie im Umfeld von "Combat 18" Mitte bis Ende der 90er Jahre als Propagandamaterial verbreitet worden sei. Darin werde empfohlen, Anschläge auf Migranten zu verüben, dabei nur in kleinen Zellen von maximal zwei bis vier Mitgliedern aktiv zu werden und niemals Bekennerschreiben zu hinterlassen. Außerdem seien Anleitungen für Nagelbomben verbreitet worden, die der 2004 beim Anschlag in der Kölner Keupstraße verwendeten Nagelbombe stark ähnelten.

Die Zwickauer Zelle soll für die bundesweite Mordserie an den neun Migranten zwischen 2000 und 2006 verantwortlich sein und zudem 2007 eine Polizistin in Heilbronn erschossen haben. Außerdem soll die Gruppe 2004 den Sprengstoffanschlag in der überwiegend von Türken bewohnten Keupstraße in Köln-Mülheim verübt haben, bei dem 22 Menschen verletzt wurden.

Das mutmaßliche Zellenmitglied Beate Zschäpe sitzt in Untersuchungshaft, ebenso zwei Verdächtige, die der Zelle geholfen haben sollen. Uwe Mundlos und Uwe Bönhardt haben sich bei ihrer Festnahme selbst getötet.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de