Politik

RTL/ntv-TrendbarometerCDU und CSU behaupten Spitzenposition vor AfD

03.02.2026, 14:03 Uhr
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In der letzten Januarwoche schieben sich die Unionsparteien im Trendbarometer von RTL und ntv erstmals seit Monaten wieder vor die AfD. Den Spitzenplatz verteidigen CDU und CSU auch im neuen Monat.

Wenig Hoffnung für die Wirtschaft, wenig Vertrauen in die Politik - die Stimmung in Deutschland gleicht dem grau-frostigen Wetter in weiten Teilen des Landes. Wie das neue Trendbarometer von RTL und ntv zeigt, verharrt der Zuspruch zur Bundesregierung auf niedrigem Niveau. Würde am Sonntag gewählt: Eine eigene Mehrheit hätten Union und SPD weiterhin nicht.

Aus Sicht von CDU und CSU die gute Nachricht: Wie in der vergangenen Woche stehen die beiden Parteien an der Spitze der von Forsa erstellten Umfrage. Sie erreichen 26 Prozent und behaupten damit ihren Vorsprung von zwei Prozentpunkten vor der AfD. Was durchaus bemerkenswert ist - zuletzt waren aus der Union oder ihrem Umfeld unpopuläre Forderungen zu Arbeitsmarkt und Krankenversicherung gekommen.

Der Wirtschaftsflügel der CDU hatte mit dem Begriff "Lifestyle-Teilzeit" Wellen geschlagen und fiel damit bei weiten Teilen der Wählerschaft durch, wie ein weiteres aktuelles Trendbarometer zeigt. Am Sonntag hatte der Wirtschaftsrat der CDU, eigentlich nur ein eingetragener Verein von Unternehmern und keine Parteiorganisation, unter anderem gefordert, Zahnbehandlungen aus der gesetzlichen Krankenkasse zu streichen. Die Staatssekretärin im CDU-geführten Bundeswirtschaftsministerium, Gitta Connemann, hat als MIT-Vorsitzende zugleich einen festen Sitz im CDU-Bundesvorstand. Die Umfrage wurde zwischen dem 27. Januar und dem 2. Februar erstellt - möglicher Unmut darüber würde also nicht so stark ins Gewicht fallen.

Union und SPD zusammen bei 40 Prozent

Derweil wirken die Werte der einzelnen Parteien wie eingefroren, im Vergleich zur Vorwoche gibt es keine Änderungen: CDU/CSU: 26 Prozent (Bundestagswahl 28,5 Prozent), AfD: 24 Prozent (20,8 Prozent), SPD: 14 Prozent (16,4 Prozent), Grüne: 12 Prozent (11,6 Prozent), Linke: 11 Prozent (8,4 Prozent), FDP: 3 Prozent (4,3 Prozent), BSW: 3 Prozent (4,987 Prozent), Sonstige 7 Prozent (4,6 Prozent).

Wie in der Vorwoche sind 25 Prozent der Befragten mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz zufrieden. Das ist zwar der Bestwert des jungen Jahres, im vergangenen Sommer hatte der Kanzler aber schon einmal mehr als 40 Prozent der Wähler hinter sich. 73 Prozent sehen bei seiner Performance vor allem Luft nach oben - mindestens.

In der Bewertung der politischen Kompetenz macht keine Partei Sprünge. Im Gegenteil: Die Union verharrt bei 19 Prozent, ein schwacher Wert. Im vergangenen Sommer standen CDU und CSU schon einmal bei 27. Dennoch ist das der beste Wert im Vergleich zu den Mitbewerbern - der AfD trauen 11 Prozent die Lösung der Probleme in Deutschland zu, alle anderen Parteien sind nur einstellig in dieser Frage. Die Linke verliert sogar noch einen Punkt und steht nun bei fünf Prozent.

Zusammen kommen SPD, Grüne und Linke gerade einmal auf 17 Prozent. 50 Prozent halten keine Partei für fähig, für eine Besserung der Lage zu sorgen. Insgesamt auch hier: Die Werte sind wie festgefroren.

Was die Wirtschaft angeht, bleibt die Stimmung trübe bis düster. Der Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung mit seiner geringen Wachstumsprognose von einem Prozent änderte daran offenbar nichts. Wie in der Vorwoche glauben nur 20 Prozent an einen baldigen Aufschwung. 56 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus.

Großes Interesse an Lage in USA

Bewegung gibt es vor allem beim Themenradar, also den nach Meinung der Befragten derzeit wichtigsten Themen. Der Grönland-Konflikt war vergangene Woche noch das Top-Thema, stürzte aber in der Wahrnehmung ab - was nach der Rücknahme der Zoll- und Annexions-Drohungen der arktischen Insel von US-Präsident Donald Trump zu erwarten war.

Dagegen schießt die Situation in den USA an die Spitze des Rankings. 38 Prozent der Befragten nannten dieses Thema nach 21 Prozent in der Vorwoche. Die Proteste in Minneapolis dürften dabei eine wichtige Rolle spielen. Es folgen dieselben Themen wie Ende Januar: der Krieg in der Ukraine, die ökonomische Lage und die Bundesregierung. Den Iran nannten nur sieben Prozent der Befragten.

Für das Trendbarometer befragte Forsa im Auftrag von RTL und ntv 2503 Menschen in Deutschland. Die Umfrage wurde zwischen dem 27. Januar und dem 2. Februar erstellt. Die Fehlertoleranz liegt bei 2,5 Prozentpunkten.

Quelle: ntv.de, vpe/lst

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