Politik
Ministerpräsident Horst Seehofer und sein Nachfolger Markus Söder beim CSU-Parteitag im Dezember: Ob sie im Oktober auch noch jubeln?
Ministerpräsident Horst Seehofer und sein Nachfolger Markus Söder beim CSU-Parteitag im Dezember: Ob sie im Oktober auch noch jubeln?(Foto: picture alliance / Daniel Karman)
Mittwoch, 10. Januar 2018

Absolute Mehrheit wackelt: CSU fällt in Umfrage auf 20-Jahres-Tief

Noch regiert die CSU in Bayern mit absoluter Mehrheit, doch diese könnte bei der Landtagswahl im Oktober erheblich wackeln: In einer neuen Umfrage stürzt sie auf ein historisches Tief. Im Landtag hätte sie Konkurrenz von fünf anderen Parteien.

Die CSU hat kurz vor dem Führungswechsel von Ministerpräsident Horst Seehofer zu Markus Söder in der politischen Stimmung einen Tiefstand erreicht. Im Bayerntrend des Bayerischen Rundfunks kommen die Christsozialen nur noch auf eine Zustimmung 40 Prozent. Das ist der schlechteste Wert, der in der seit 20 Jahren jährlich erhobenen Umfrage je für die CSU erhoben wurde.

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Gegenüber dem Bayerntrend vom Januar vor einem Jahr liegt die CSU damit um fünf Prozentpunkte niedriger. Sie würde nach der aktuellen politischen Stimmung ihre absolute Mehrheit verlieren. In Bayern wird voraussichtlich am 14. Oktober ein neuer Landtag gewählt.

Der Umfrage zufolge kämen aktuell fünf weitere Parteien in den Landtag. Die SPD würde im Vorjahresvergleich zwei Prozentpunkte auf 16 Prozent zulegen; die Grünen würden ein Punkt auf 14 Prozent gewinnen; die Freien Wähler kämen unverändert auf sieben Prozent. Neu in den Landtag einziehen würden laut der Umfrage die AfD mit unverändert zehn Prozent und die FPD mit fünf Prozent. Mit zusammen 52 Prozent wären diese fünf Parteien deutlich stärker als die seit 2013 allein regierende CSU.

An der schlechten Stimmung für die CSU ändert der Umfrage zufolge auch ein Vertrauensvorschuss für den künftigen Ministerpräsidenten Söder nichts. 59 Prozent der Wahlberechtigten erwarten, dass er einen guten Ministerpräsidenten abgeben wird. Neben CSU-Wählern bewerten auch die Anhänger von FDP, Freien Wählern und AfD Söder positiv.

SPD-Wähler lehnen eigene Kandidatin ab

Bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten könnte sich Söder demnach mit 55 Prozent zu 25 Prozent deutlich gegen seine SPD-Herausforderin Natascha Kohnen durchsetzen. Selbst bei den SPD-Anhängern präferiert gut ein Drittel (36 Prozent) Söder, Kohnen will mit 43 Prozent nicht mal die Hälfte der SPD-Anhänger als Ministerpräsidentin. Sie genießt dagegen bei den Grünen-Wählern mit 55 Prozent einen großen Rückhalt.

Der scheidende Ministerpräsident Seehofer wird in Bayern inzwischen deutlich skeptischer beurteilt als in der Vergangenheit. Nur 54 Prozent der Bayern sehen den CSU-Chef noch als guten Ministerpräsidenten, vor einem Jahr waren es 68 Prozent. In einer mit Schulnoten erhobenen Liste der 20 wichtigsten bayerischen Politiker rutschte Seehofer binnen eines Jahres von einem Platz unter den ersten vier Rängen auf den vorletzten Platz.

Das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap befragte für die Umfrage vom 3. bis 8. Januar 1002 repräsentativ ausgewählte Wahlberechtigte in Bayern.

Quelle: n-tv.de