Politik

"Viel Schwachsinn in der Eurokrise gemacht" Chatzimarkakis tritt aus der FDP aus

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Chatzimarkakis steht schon lange nicht mehr zur FDP.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der FDP-Politiker und Europaabgeordnete Chatzimarkakis wendet sich enttäuscht von der Europapolitik der Liberalen von seiner Partei ab. Er will sein Parteibuch abgeben, Deutschland verlassen und in Griechenland als Politiker kandidieren.

Der Europaabgeordnete Jorgo Chatzimarkakis will aus der FDP austreten. In der "tageszeitung" begründete er dies mit dem Europa-Kurs der Liberalen. "Der frühere Parteichef Philipp Rösler hat mit Kanzlerin Angela Merkel so viel Schwachsinn in der Eurokrise gemacht, da hört bei mir die Freundschaft auf", sagte Chatzimarkakis, der die deutsche und die griechische Staatsbürgerschaft hat. Er habe bei der Bundestagswahl auch nicht die FDP gewählt, weil sie sich antieuropäisch verhalten habe. "Ich habe die Große Koalition gewählt", sagte Chatzimarkakis.

Von der FDP gelöst hatte sich der Politiker bereits zuvor. Im Januar kündigte er an, dass er bei der Europawahl im Mai mit einer eigenen politischen Bewegung in Griechenland kandidiert. Dazu hat er die "Partei der hellenischen Europabürger" gegründet. Und er hat einen großen Vorteil, sagte der "taz": "Ich spreche ein einfaches Griechisch und komme schnell auf den Punkt. Deshalb verstehen mich die Leute. Ich werde mittlerweile als griechischer Patriot wahrgenommen, der nichts mehr mit Merkel Europapolitik zu tun haben möchte."

Chatzimarkakis wurde 1966 als Sohn eines griechischen Stahlarbeiters in Duisburg geboren. Er profilierte sich als scharfer Kritiker des früheren Parteichefs Guido Westerwelle. Zuletzt musste er einen schweren Rückschlag einstecken: Die Universität Bonn entzog ihm wegen Plagiats den Doktortitel.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa