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FDP-Mitglied will in Griechenland Politik machen Chatzimarkakis verlässt Deutschland

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Chatzimarkakis wurde als Sohn griechischer Einwanderer in Deutschland geboren.

(Foto: picture alliance / dpa)

Aus Enttäuschung über die Krisenpolitik in Deutschland will der FDP-Europaabgeordnete Chatzimarkakis künftig in Griechenland Politik machen. Er kann sich vorstellen, für eine eigene politische Bewegung ins Europaparlament einzuziehen. Aber es gibt auch Gerüchte, er könnte der Demokratischen Linken beitreten.

Der FDP-Europaabgeordnete Jorgo Chatzimarkakis kehrt Deutschland den Rücken und will künftig für Griechenland Politik machen. Er überlege, 2014 in Griechenland mit einer eigenen politischen Bewegung bei der Europawahl anzutreten, sagte Chatzimarkakis dem "Focus". "Es ist zu früh, sich an jemanden zu ketten."

Allerdings ist der Politiker laut "Focus" auch als Spitzenkandidat der Partei Demokratische Linke (Dimar) im Gespräch. Die Dimar bildet gemeinsam mit der konservativen Nea Dimokratia und der sozialdemokratischen Pasok die aktuelle Koalitionsregierung in Athen.

Als Grund für die Abkehr von seinem Geburtsland nannte Chatzimarkakis Enttäuschung über den Kurs der deutschen Politik in der Eurokrise. "Die deutsche Euro-Politik ist eine Geisterfahrt", kritisierte er. Kleine Länder würden rücksichtslos überrollt. Dies widerspreche dem europäischen Gedanken - und auch der Einstellung des früheren FDP-Außenminister Hans-Dietrich Genscher, dessentwegen Chatzimarkakis einst den Liberalen beigetreten sei.

Chatzimarkakis wurde 1966 als Sohn eines griechischen Stahlarbeiters in Duisburg geboren. Er profilierte sich als scharfer Kritiker des früheren Parteichefs Guido Westerwelle. Zuletzt musste er einen schweren Rückschlag einstecken: Die Universität Bonn entzog ihm wegen Plagiats den Doktortitel.

Quelle: n-tv.de, AFP

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