Politik

Kulturkampf um Woody Island China provoziert mit High-Tech-Kino

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Viel Kundschaft gibt es auf Woody Island nicht: Es leben nur 1100 potenzielle Kinogänger auf der Insel.

(Foto: Yu ming - Imaginechina)

Das hochmoderne Sansha Yinlong Cinema ist keine lohnende Investition: Es steht auf einer winzigen Insel im Südchinesischen Meer - mit gerade einmal 1100 Einwohnern. Dennoch ist der Bau für China eine wichtige Ortsmarke, eine mit politischer Sprengkraft.

China hat auf der Insel Yongxing (Woody Island) im Südchinesischen Meer ein neues First-Class-Kino gebaut - und könnte damit neuen Ärger mit seinen Nachbarn Vietnam und Taiwan provozieren. Wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, ist das Sansha Yinlong Cinema nicht nur mit reichlich High Tech, sondern auch mit rund 200 Sitzen ausgestattet - wohlgemerkt für lediglich 1100 Einwohner auf dem 2,1 Quadratkilometer großen Eiland. Doch auch wenn das Lichtspielhaus wohl nie lukrativ wird: Für China markiert es einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Gebietshoheit in der Region.

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Shansha ist seit 2012 Verwaltungssitz auf Woody Island.

(Foto: AP)

Yongxing gehört zu den Paracel-Inseln - einer Gruppe von Korallenatollen, die auch von Vietnam und Taiwan als eigenes Staatsgebiet angesehen wird. Die Inseln liegen etwa 320 Kilometer südostlich vom chinesischen Hainan entfernt. Bereits seit Jahren versucht China, sowohl auf militärischen als auch zivilem Wege seine Vorherrschaft auf den Inseln zu festigen. Auf Yongxing gründete Peking 2012 die Stadt Sansha, die als Verwaltungssitz für die umliegenden Atolle fungieren sollte. Seither setzt das Land verstärkt auf Tourismus.

Von Hainan laufen regelmäßig Kreuzfahrtschiffe in Richtung Paracel-Inseln aus. Chinesische Touristen werden ermutigt, ihren Urlaub dort zu verbringen. Und auch wenn der Platz auf den teils winzigen Inseln begrenzt ist - die Unterhaltungsmöglichkeiten sollen es nicht sein. Nun gibt es neben weißen Stränden und tropischen Temperaturen eben auch das Sansha Yinlong Cinema. "Das Kino wird mindestens einen Film am Tag zeigen, sodass Einwohner und Soldaten auf Yongxing Filme simultan mit Kinobesuchern im ganzen Land genießen können", erklärte Gu Xiaojing, Geschäftsführer der Hainan Media Group.

China kritisiert US-Provokationen

China will der gesamten Region ganz offensichtlich auch kulturell den eigenen Stempel aufdrücken - und zwar noch bevor es die Nachbarn Vietnam, Malaysia oder die Philippinen tun. Schon jetzt beansprucht Peking rund 80 Prozent des 3,5 Millionen Quadratkilometer großen und äußerst rohstoffreichen Meeresgebiets. Doch nach einer Vorgabe der Vereinten Nationen können Länder auf die Gewässer vor ihren Territorien nur im Umkreis von bis zu zwölf Seemeilen Anspruch erheben.

Auch deshalb hat Peking im Südchinesischen Meer künstliche Inseln aufgeschüttet, auf denen Kampfflugzeuge und anderes Kriegsgerät stationiert werden können. Immer wieder kommt es in den Gewässern zu Spannungen mit den Vereinigten Staaten, die vor einer militärischen Aufrüstung in der Region und der Behinderung des internationalen Schiffsverkehrs warnen. Erst Anfang Juli hatte Peking ein Manöver des US-Zerstörers "Stethem" vor der Insel Triton als "ernsthafte politische und militärische Provokation" bezeichnet.

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Quelle: n-tv.de, jug

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