Politik

Antiterror-Einsatz gefährdet Computervirus befällt US-Drohnen

Tödliches Surren hoch am Himmel: Eine Drohne vom Typ

Tödliches Surren hoch am Himmel: Eine Drohne vom Typ "MQ-1 Predator".

(Foto: picture alliance / dpa)

Ein Computervirus infiziert die US-Drohnen, die im Kampf gegen den Terrorismus eingesetzt werden. Das Virus befällt die Cockpits der unbemannten Flugkörper, mit denen die CIA Einsätze in Afghanistan, Pakistan und dem Jemen fliegt. Sämtliche Befehlseingaben von den Bodenstationen können dadurch von Dritten nachvollzogen werden.

Die Steuercomputer der von den US-Streitkräften für Ferneinsätze genutzten unbemannten Flugzeuge "Predator" und "Reaper" sollen von Viren befallen sein. Dennoch würden die sogenannten Drohnen auch weiterhin eingesetzt, sagte ein mit dem Fall vertrauter Informant.

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Eine startbereite Drohne auf dem US-Stützpunkt Bagram in Afghanistan.

(Foto: picture alliance / dpa)

Experten untersuchen derzeit, wie die Viren auf die schwer bewachten Computersysteme der Luftwaffenbasis Creech im US-Bundesstaat Nevada gelangen konnte. Von dem Stützpunkt aus werden die Drohnen gesteuert, die weit entfernt im Irak, in Afghanistan und anderen Ländern eingesetzt werden. Die unbemannten Flugzeuge werden von den US-Streitkräften in zunehmendem Maße eingesetzt, um gegen einzelne Personen und kleine Gruppen von gegnerischen Kämpfern vorzugehen.

Die Zeitschrift "Wired" hatte zuerst auf ihrer Internetseite über den Virenbefall der Drohnen-Steuercomputer berichtet. Das Schadprogramm zeichnet dem Bericht zufolge alle Handlungen der Piloten bei den ferngesteuerten Flügen auf. Erstmals sei das Problem vor zwei Wochen entdeckt worden.

Koordinaten können an Dritte gelangen

Die von dem Virus aufgezeichneten Daten könnten an unbefugte Dritte gesendet werden. Bislang sei dies aber noch nicht geschehen, hieß es. Der Computervirus sei aber sehr hartnäckig und habe trotz mehrfacher Versuche nicht entfernt werden können, berichtete "Wired" unter Berufung auf Experten für Netzwerksicherheit.

Die USA verüben regelmäßig Angriffe mit unbemannten Kampfflugzeugen in der Grenzregion zwischen Pakistan und Afghanistan, die als Rückzugsort für Kämpfer der Taliban und des Terrornetzwerks Al-Kaida gilt. Washington befürchtet aber auch Anschläge von Rebellen aus Somalia oder dem Jemen.

Quelle: ntv.de, dpa/rts

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