Politik

Plädoyer für Zollunion mit EU Corbyn stellt Brexit-Lager auf die Probe

475f73dbef300f85aee3217040a3a506.jpg

Der britische Oppositions-Chef Jeremy Corbyn strebt nach dem Brexit enge Handelsbeziehungen mit der EU an.

(Foto: dpa)

In einer leidenschaftlichen Rede wirbt der britische Oppositionschef Jeremy Corbyn für eine neue Zollunion mit der EU nach dem Brexit. Die Pläne seiner Labour-Partei könnten unangenehme Folgen für Premierministerin Theresa May haben.

Die britische Labour-Partei will für eine "neue, umfassende Zollunion" mit der Europäischen Union nach dem Brexit kämpfen. Das kündigte der Chef der oppositionellen Partei, Jeremy Corbyn, in der englischen Stadt Coventry an. Es mache "keinen Sinn", sich von der bisherigen Zollfreiheit abzuwenden, "die sich so sehr bewährt hat", sagte Corbyn.

*Datenschutz

Corbyn sprach sich außerdem in seiner Rede für eine "neue, starke Beziehung" zum Europäischen Binnenmarkt aus. 20 Monate nach dem Referendum zum EU-Austritt sei sich die Regierung immer noch in ihrem Brexit-Kurs uneins, kritisierte der Labour-Chef.

Labour strebe "das beste Brexit-Ergebnis für Arbeitsplätze und Lebensstandards" an, begründete der linksgerichtete Corbyn sein Plädoyer für eine Zollunion. "Der Brexit ist das, was wir aus ihm machen." Eine neue Zollunion mit freiem Warenverkehr würde auch das bislang ungelöste Problem der künftigen EU-Außengrenze zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland entschärfen.

May schließt Zollunion mit EU aus

Nach Corbyns Rede könnten angesichts der knappen Mehrheitsverhältnisse im Londoner Parlament die Pläne von Premierministerin Theresa May zum EU-Austritt ins Schlingern geraten: Sie schließt jegliche Zollunion mit der EU aus. Allerdings gibt es mehrere Abgeordnete in der Parlamentsfraktion ihrer konservativen Tory-Partei, die einen Verbleib in der Zollunion befürworteten. Labour erklärte sich bereit, einen entsprechenden Antrag der Tory-Abweichler im Unterhaus zu unterstützen. May droht damit eine Abstimmungsniederlage.

Großbritannien trennt sich Ende März 2019 von der Staatengemeinschaft. Brexit-Minister David Davis warf Corbyn Quacksalberei vor. Der Labour-Chef werde damit dem Brexit nur schaden und riskiere Arbeitsplätze, schrieb Davis in der Zeitung "The Daily Telegraph". "Wenn es nach einem Quacksalbermittel aussieht und es auch so riecht, dann erwartet nicht, dass es Euch danach besser geht."

Quelle: n-tv.de, cri/dpa/AFP

Mehr zum Thema