Politik

Assad-Schwester verlässt Syrien Der Konflikt eskaliert

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Regierungssoldaten in Al-Atareb (Provinz Aleppo).

(Foto: dpa)

Die Vereinten Nationen beschäftigen sich erneut mit der Syrien-Frage. Derweil werden aus dem arabischen Land immer mehr Tote gemeldet. Regierung und Opposition stehen nach eigenen Angaben vor der Entscheidungsschlacht. Die ältere Schwester von Staatschef Assad zieht mit ihren Kindern nach Dubai.

In Syrien beschwören das Regime von Präsident Assad wie seine Gegner eine baldige Wende im blutigen Konflikt. Nicht durch Verhandlungen, sondern durch militärische Mittel. Damit eskaliert die Lage vor Beginn der UN-Vollversammlung. Der neue Syrienbeauftragte von UN und Arabischer Liga, Lakhdar Brahimi, wird heute erstmals den Sicherheitsrat über die Lage im Bürgerkriegsland informieren. Der Nachfolger von Kofi Annan hatte in den vergangenen Tagen die Region besucht und zahlreiche Gespräche geführt.

In Syrien bereiten sich das Regime von Präsident Baschar al-Assad und die Rebellen auf eine Entscheidungsschlacht vor, um die Machtfrage nach 18 Monaten Bürgerkrieg endgültig zu entscheiden. Die oppositionelle Freie Syrische Armee kündigte eine "Offensive" an und verlegte ihr Kommando aus dem türkischen Grenzgebiet nach Syrien hinein.

Vor wenigen Tagen erst hatte ein Vertreter des Regimes von Präsident Baschar al-Assad erklärt, dass der Militäreinsatz innerhalb von einem Monat "handfeste Ergebnisse" bringen werde. Damit spitzt sich die Lage in Syrien kurz vor Beginn der UN-Vollversammlung in New York mit dem Topthema Syrien noch einmal deutlich zu.

Appell an Russland und China

Mindestens 240 Menschen kamen allein am Wochenende in Syrien ums Leben. Angesichts von Gewalt und Blutvergießen erhofft sich Bundesaußenminister Guido Westerwelle von den Beratungen der UN-Vollversammlung ein Signal für einen Machtwechsel in Syrien. "Die Weltgemeinschaft kann zu dieser furchtbaren Gewalt nicht schweigen, sagte der FDP-Politiker nach einem Treffen mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in New York. Westerwelle appellierte erneut an die beiden Veto-Mächte Russland und China, im UN-Sicherheitsrat den Weg für ein härteres Vorgehen gegen Assad freizumachen.

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"Konferenz zur Rettung Syriens" in Damaskus.

(Foto: dpa)

Rebellenkommandeur Riad al-Asaad sagte in einer Video-Botschaft mit dem Titel "Kommuniqué Nr. 1. aus dem Inneren", dass die Kommandozentrale in die "befreiten Gebiete" verlegt worden sei. Von dort aus würden Vorbereitungen für eine Offensive zur Befreiung der Hauptstadt Damaskus getroffen.

Während landesweit gekämpft wird, kam in Damaskus das vom Assad-Regime zumindest zum Teil geduldete oppositionelle Nationale Koordinationskomitee für Demokratischen Wandel zusammen. An der "Konferenz zur Rettung Syriens" nahmen auch die Botschafter aus China, Russland und Iran teil. Die drei Länder sind die wichtigsten Verbündeten der syrischen Regierung. Bei seiner Eröffnungsrede forderte der Veranstaltungsleiter Radschaa al-Nasser ein Ende des "verrückten Krieges gegen die Syrer und ihrer Revolution".

Assad-Schwester außer Landes

Assads ältere Schwester ist offenbar mit ihren Kindern nach Dubai gezogen. Buschra al-Assad, deren Ehemann General Assef Schaukat am 18. Juli mit mehreren Mitgliedern der Führung bei einem Anschlag in Damaskus getötet worden war, habe ihre fünf Kinder in einer Privatschule in Dubai angemeldet, sagten syrische Einwohner der Golfmetropole.

Nach Angaben des Chefredakteurs der oppositionellen Webseite all4syria.com, Aiman Abdel Nur, verließ Buschra al-Assad Syrien aufgrund eines Zerwürfnisses mit ihrem Bruder, der ihr Sympathien für die Opposition vorwarf. Mit ihrer Ausreise hat der Staatschef nur noch einen Bruder in Syrien. Maher al-Assad kommandiert die Republikanische Garde und die vierte Armeedivision und gilt als der Hauptverantwortliche für das blutige Vorgehen gegen die Aufständischen.

Die beiden anderen Brüder, Bassel und Madschd, sind tot. Buschra war bereits 2008 für ein Jahr in die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, Abu Dhabi, gezogen. Berichten zufolge gab es auch damals Streit mit Baschar. Auch ihr Verhältnis zu Bassel war nicht einfach: Von seinem Vater, Syriens früherem Präsidenten Hafis al-Assad, als Nachfolger vorgesehen, hatte er sich gegen ihre Heirat mit Schaukat gewandt, war 1994 aber bei einem Autounfall gestorben.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa/AFP

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