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Internationale Lese- und Rechenstudie Deutsche Schüler sind gut

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(Foto: dapd)

Wie gut können deutsche Grundschüler lesen und rechnen? Diese Frage beantworten die aktuellen internationalen Vergleichsstudien Iglu und Timss - und zwar recht positiv: Die Schüler landen dabei jeweils auf den vorderen Rängen. Ein weiterer erfreulicher Befund lautet, dass Kinder mit Migrationshintergrund im Laufe der Jahre aufgeholt haben.

Die Viertklässler in Deutschland erreichen beim Lesen, in Mathematik und in den Naturwissenschaften erneut überdurchschnittliche Leistungen. Im internationalen Vergleich der EU-Staaten und der OECD-Länder schneiden diese Grundschüler im oberen Drittel ab, wie aus der neuen Iglu-Lesestudie und der Timss-Mathematikstudie hervorgeht.

Erneut liegen die Schüler aus Hongkong bei Lesen und Textverständnis an der Spitze. Die Schüler sind dort ein gutes halbes Schuljahr weiter als der deutsche Zehnjährige. An der Iglu-Studie hatten 45 Staaten teilgenommen.

Kinder mit Migrationshintergrund verbesserten in allen drei Bereichen ihre Leistungen. Sie seien die Gewinner, so der wissenschaftliche Leiter der Studien, Wilfried Bos. Nur 0,8 Prozent der Kinder sprächen Zuhause nie deutsch. "Man kann schwerlich von Parallelgesellschaft sprechen."

Kinder lesen viel und gerne

Bos sagte zum Gesamtbild der Studie: "Wir haben unsere hohe Position halten können." Allerdings gebe es auch deutliche Anteile von Kindern, die in den drei Bereichen so schlecht seien, dass sie in der Sekundarstufe I Probleme bekommen dürften. Und es gebe im internationalen Vergleich teils weniger Kinder in der obersten Kompetenzstufe. "Das veranlasst einen zur Sorge. Wir vergeuden unsere Talente", sagte Bos.

Nie außerhalb der Schule lesen nur noch elf Prozent. "Unsere Kinder lesen viel, und sie lesen gerne", sagte Bos. "Das ist eine große Leistung unserer Grundschulen und auch unserer Elternhäuser."

Allerdings seien die Leistungen oft an die Schichtzugehörigkeit gekoppelt. "Ein Kind von einem Professor oder einem Chefarzt hat eine 4,7-fache Chance zur Gymnasialempfehlung im Vergleich zu einem Facharbeiter."

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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