Politik

Rolle in der Weltpolitik Deutsche wollen eher weniger als mehr

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Mehr deutsche Panzer in der Welt? Die Mehrheit der Deutschen ist dagegen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wie denken die Deutschen über ihre Außenpolitik? Mehr China, weniger USA, aber kein größeres Engagement in der Welt: Das Ergebnis einer Umfrage steht im Widerspruch zu dem, was viele deutsche Politiker zuletzt forderten.

Anfang des Jahres, die neue Bundesregierung war gerade vereidigt worden, da schien es, als gebe es so etwas wie einen neuen Geist. Frank-Walter Steinmeier, Ursula von der Leyen und Joachim Gauck: Innerhalb weniger Wochen sprachen sich zwei wichtige Minister als auch der Bundespräsident für eine neue deutsche Außenpolitik aus. Von mehr Verantwortung und Engagement war da die Rede, und von einem Ende der "Kultur des Heraushaltens".

Den neuen Regierenden mangelt es nicht an Ehrgeiz . Die Deutschen selbst sind da allerdings offenbar wesentlich skeptischer. In der Bevölkerung überwiegt in Bezug auf die eigene Außenpolitik offenbar eher die Einstellung "weniger ist mehr". Das belegt eine Umfrage, die die Körber-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt durchgeführt hat.

Demnach interessieren sich zwar zwei Drittel der Deutschen für die Politik in der Welt. Immerhin 60 Prozent lehnen jedoch ein größeres außenpolitisches Engagement Deutschlands ab. Nur 37 Prozent vertreten die Ansicht von Steinmeier, von der Leyen und Gauck, dass die Bundesrepublik sich stärker einbringen müsse. Auffallend ist der Unterschied zu einer 1994 erstellten Untersuchung der Rand-Corporation. Damals hatten noch 62 Prozent der Befragten für eine aktivere deutsche Außenpolitik plädiert.

Wie reagiert Steinmeier?

Die Deutschen sprechen sich gegenwärtig vor allem für Engagements in Form humanitärer Hilfen und diplomatischer Vermittlung (85 Prozent) aus, nur 13 Prozent befürworten Militäreinsätze oder Waffenexporte. Bei einem Szenario ändert sich diese Haltung allerdings offenbar schlagartig. So halten 87 Prozent der Befragten einen Einsatz deutscher Truppen für angemessen, wenn der Frieden in Europa bedroht ist.

Die Umfrage bringt noch weitere Erkenntnisse zutage. Den Ergebnissen zufolge verschiebt sich in der Bevölkerung die Ausrichtung an internationale Kooperationspartner. 79 Prozent der Deutschen wollen stärker mit Frankreich, 61 Prozent mit China, aber nur 56 Prozent mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten.

Nur: Wie reagiert das Auswärtige Amt nun auf die Ergebnisse der Studie? Hat die Umfrage überhaupt Konsequenzen? Bis Herbst veranstaltet das Außenministerium eine ganze Reihe von Diskussionsveranstaltungen. Daraufhin will Steinmeier über eine mögliche Neuausrichtung entscheiden.

Quelle: n-tv.de, cro

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