Politik

Paris forciert militärische Zusammenarbeit Deutschland soll Soldaten stellen

43259846.jpg

"Un devoir d'excellence - Dem Besten verpflichtet": Soldaten der deutsch-französischen Brigade beim feierlichen Gelöbnis (Archivbild).

(Foto: picture alliance / dpa)

Das Treffen zieht sich bis tief in die Nacht: Erst spät dringen erste Ergebnisse einer Unterredung zwischen Jean-Yves Le Drian und der deutschen Verteidigungsministerin an die Öffentlichkeit. Betritt die deutsch-französische Brigade bald afrikanischen Boden?

RTXXWGO.jpg

Wie weit reicht die "Freundschaft"? Im Süden der Sahara erwartet die Soldaten schwierige Verhältnisse.

(Foto: REUTERS)

Deutschland und Frankreich wollen ihre militärische Zusammenarbeit weiter ausbauen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und ihr französischer Amtskollege Jean-Yves Le Drian verständigten sich am Abend bei einem Treffen in Paris darauf, die deutsch-französische Brigade (Brigade Franco-Allemande) weiterzuentwickeln.

"Sie ist auch Ausdruck der deutsch-französischen Freundschaft", sagte von der Leyen nach dem Gespräch. "Ich habe mich über das klare Bekenntnis Frankreichs zu unserer deutsch-französischen Brigade gefreut." Wie genau das neue Aufgabenspektrum der binationalen Brigade aussehen soll, ließ von der Leyen zunächst noch offen.

Einsatz in Mali und Zentralafrika?

Experten rechnen allerdings schon bald mit einem klaren Einsatzbefehl: Die deutsche Ministerin war vor dem Hintergrund einer Debatte über neue Auslandseinsätze der Bundeswehr in Afrika zu Gesprächen nach Paris gekommen. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen sollte es bei dem Treffen unter anderem um deutsche Unterstützung für die französischen Einsätze in der Zentralafrikanischen Republik und in Mali gehen.

In Zentralafrika versucht Frankreich bis vor kurzem noch im Alleingang, die grausamen Kämpfe zwischen muslimischen Seleka-Kämpfern und christlichen Bürgerwehren zu beenden. In Mali unterstützt das Land seit rund einem Jahr Regierungstruppen im Kampf gegen islamistische Aufständische. Mit dem Versuch, die Staatengemeinschaft Europas zu einer gemeinsamen Militärmission zu bewegen, war Paris zunächst gescheitert.

Hier gibt es allerdings nun Bewegung: Für Zentralafrika brachte die EU zu Wochenbeginn einen Unterstützungseinsatz auf den Weg. In Mali ist Deutschland bereits mit Militärausbildern präsent. Bislang unbestätigten Informationen zufolge strebt die französische Seite die Einbindung der deutsch-französischen Brigade in den westafrikanischen Kriseneinsatz an. Aufgrund der zweisprachigen Ausbildung und zahlreicher gemeinsamer Manöver wäre die Brigade dazu besonders geeignet. Konkret äußerte sich von der Leyen zu diesem Anliegen der Franzosen allerdings nicht. Die Bundeswehr beteiligt sich seit einem Jahr mit rund 100 Soldaten an einer EU-Mission zur Ausbildung der malischen Armee.

Die Unterredung zwischen von der Leyen und Le Drian waren bis in den späten Abend hinein angesetzt. Früheren Angaben zufolge Le Drian wollte dabei ausdrücklich auch über die Zukunft der deutsch-französischen Brigade reden. Presseberichten zufolge sollte dabei diskutiert werden, Soldaten aus dem Verband als Schutztruppe in die malische Hauptstadt oder zur Sicherung von Ausbildungscamps zu entsenden.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa