Politik

Abgeordnetenhauswahl ausgezähltLinke Spitzenkandidatin Eralp gewinnt Berliner Wahl deutlich vor der CDU

21.09.2026, 01:59 Uhr
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Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp machte am Wahlabend bereits ihren Machtanspruch deutlich. (Foto: picture alliance / Ipon)

Linksrutsch in der Hauptstadt: Linken-Spitzenkandidatin Eralp gelingt der erste Sieg ihrer Partei bei einer Abgeordnetenhauswahl in Berlin. Das bisherige Bündnis aus CDU und SPD verliert die Mehrheit. BSW und FDP verpassen die Fünf-Prozent-Hürde.

Mit ihrem bisher besten Ergebnis hat die Linke die Berliner Abgeordnetenhauswahl gewonnen. Die Partei um Spitzenkandidatin Elif Eralp erreichte nach Angaben der Landeswahlleitung 25,7 Prozent der Stimmen und erreichte deutlich mehr Stimmen als die CDU, die bisher den Bürgermeister in der Hauptstadt stellt.

Die Christdemokraten kamen nur auf 18,8 Prozent, nachdem sie die Wahl vor drei Jahren noch deutlich gewonnen und daraufhin eine Koalition mit der SPD gebildet hatten. Auf dem dritten Platz landete die AfD (16,3 Prozent), danach folgten Grüne (14,3 Prozent) und die SPD (12,1 Prozent) mit ihrem bisher schlechtesten Ergebnis bei einer Abgeordnetenhauswahl.

Möglich ist nun die Bildung einer Dreier-Koalition aus Linken, Grünen und SPD. Die Linke kündigte an, auf einem Parteitag am Freitag über die Aufnahme von Sondierungsgesprächen zu entscheiden. Das bisher beste Ergebnis bei einer Wahl zum Berliner Landesparlament hatte die Partei damals noch als PDS im Jahr 2001 mit 22,6 Prozent erreicht.

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW, 4,7 Prozent) verpasste den Einzug in das Abgeordnetenhaus am Sonntag ebenso wie die FDP (2,5 Prozent), die schon 2023 an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert war.

Eralp machte am Wahlabend bereits ihren Machtanspruch klar. Allerdings könnten Verhandlungen insbesondere mit der SPD schwierig werden. Während Linke und Grüne eine Enteignung großer Wohnungsbauunternehmen gemäß einem Volksentscheid anstreben, lehnen die Sozialdemokraten dies kategorisch ab. Zudem gibt es Antisemitismusvorwürfe gegen die Linke in der Hauptstadt. Während Eralp immer wieder betonte, jüdisches Leben in Berlin fördern zu wollen, sorgten Palästina-Äußerungen aus dem linken Bezirksverband Berlin-Neukölln für negative Schlagzeilen - was bei Grünen und SPD für heftige Kritik sorgte.

Von den 78 Direktmandaten gingen 29 an die Linke, 26 an die CDU, zwölf an die AfD, zehn an die Grünen und eines an die SPD. Eralp gewann in Friedrichshain-Kreuzberg mit 50,4 Prozent direkt, Evers verlor sein Direktmandat in Treptow-Köpenick mit 24,5 Prozent.

In Berlin wurden auch die zwölf Bezirksverordnetenversammlungen neu gewählt, die wiederum die Bezirksbürgermeister wählen. Die Stimmenmehrheit erzielte die Linke hier in sechs, die CDU in vier sowie die AfD und die Grünen in jeweils einem der Parlamente.

Quelle: ntv.de, bho/dpa

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