Politik

Kellner im ntv "Frühstart" "Die Union hat sich da ziemlich zerlegt"

Mit der Kür von Annalena Baerbock zur Kanzlerkandidatin setzen die Grünen einen weiteren Haken auf ihrer To-do-List für die Bundestagswahl-Vorbereitung. Grünen-Geschäftsführer Kellner wähnt sich im Vergleich zur Union im Vorteil.

Nachdem der CDU-Bundesvorstand sich mehrheitlich für Parteichef Armin Laschet ausgesprochen hat, sollte ihm die Kanzlerkandidatur nicht mehr zu nehmen sein. Doch der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, will sich bei der K-Frage der Union noch nicht festlegen. Im "Frühstart" von ntv sagte der Wahlkampagnen-Leiter der Grünen: "Die Union hat in den letzten Tagen so viele Pirouetten gedreht, dass ich es einfach nicht weiß." Sicher ist sich Kellner aber darüber, dass der Machtkampf zwischen Söder und Laschet der Union sehr geschadet habe. "Aus diesem Zweikampf geht niemand als Sieger hervor. Die Union hat sich da ziemlich zerlegt", sagte Kellner.

Derweil haben die Grünen mit Annalena Baerbock am Montag ihre Kanzlerkandidatin festgelegt. Kellner zeigte sich überzeugt, mit Baerbock die richtige Kandidatin zu haben und schaut selbstbewusst auf die Bundestagswahl. "Wir fordern die Union heraus. Wir versuchen das Unwahrscheinliche möglich zu machen und die Union zu schlagen", sagte Kellner. Angesprochen auf mögliche Koalitionen, hob Kellner die inhaltliche Nähe zu den Sozialdemokraten hervor. "Die größte Schnittmenge haben wir eindeutig mit der SPD. Wenn Sie mich fragen würden, was meine Lieblingsoption wäre, dann würde ich sagen Grün-Rot", sagte der Grünen-Politiker.

"Regierungserfahrung nicht alles"

Dass Baerbock ohne Regierungserfahrung ins Rennen geht, hält Kellner für kein Problem: "Wenn wir uns anschauen, wie die aktuelle Regierung regiert, zeigt das auch, dass Regierungserfahrung nicht alles ist."

Die Grünen wollen aber nicht nur mit ihrer Kandidatin, sondern auch mit ihrem Wahlprogramm überzeugen. Dieses Programm umfasst viele Investitionen und Neuschulden. Auf die Frage, wer das am Ende alles bezahlen soll, sagt Kellner: "Dieses Geld sollte aus einer reformierten Schuldenbremse kommen. Die schwarze Null halte ich für falsch. Der Staat sollte jetzt mehr Schulden aufnehmen, um das für Investitionen zu nutzen, denn er zahlt ja faktisch keine Zinsen."

Quelle: ntv.de, dhe

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