Politik

Reaktionen auf Kofi Annans Tod Die Welt hat einen ihrer Giganten verloren

25bf3452eb3d392e0ca8dd3cd2cb1f8c.jpg

Der in Ghana geborene Annan ist nach kurzer Krankheit im Alter von 80 Jahren gestorben.

(Foto: REUTERS)

Putin bekundigt seine Bewunderung, für Merkel war er ein "herausragender Staatsmann im Dienste der Weltgemeinschaft". Nach dem plötzlichen Tod Kofi Annans beteuern Politiker weltweit ihre Trauer. Auffällig ist, wessen Reaktion noch ausbleibt.

Nach dem Tod des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kofi Annan haben sich Politiker und Organisationen aus aller Welt betroffen gezeigt und seine Verdienste hervorgehoben. Der in Ghana geborene Annan ist nach kurzer Krankheit im Alter von 80 Jahren gestorben. Er stand von 1997 an zehn Jahre an der Spitze der Vereinten Nationen und erhielt 2001 zusammen mit der UN den Friedensnobelpreis.

Vereinte Nationen

UN-Generalsekretär Antonio Guterres würdigte Annan als eine "treibende Kraft des Guten". In vielerlei Hinsicht habe sein Vorgänger die Vereinten Nationen verkörpert. Die UNO habe er mit "unvergleichlicher Würde und Entschlossenheit" angeführt. Für UN-Menschenrechtskommissar Zeid Ra'ad Al Hussein war der Verstorbene das "beste Beispiel der Menschlichkeit", der "Inbegriff von menschlicher Würde und Anmut". In einer Zeit mit Führungspersönlichkeiten, denen dies abgehe, sei Annans Verlust umso schmerzlicher.

Europäische Union

*Datenschutz

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker äußerte sich tief betroffen. "Die Welt trauert um eine große Führungspersönlichkeit und einen Menschenfreund", schrieb Juncker. "Die größte Anerkennung, die wir ihm geben können, ist, sein Vermächtnis und seinen Geist am Leben zu erhalten." Juncker nannte Annan einen alten Freund und eine Inspiration. Auch EU-Entwicklungskommissar Neven Mimica twitterte: "Er war eine große Quelle der Inspiration für uns alle. Er wird uns sehr fehlen."

Nato

"Die UNO und die Welt haben einen ihrer Giganten verloren", erklärte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Annans Wärme sei nicht als Schwäche misszuverstehen.

Deutschland

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier richtete sich in einem Kondolenzbrief an den amtierenden UN-Generalsekretär António Guterres: "Er hatte die besondere Gabe, sich des Leids eines jeden Einzelnen ebenso anzunehmen wie den großen Fragen der internationalen Ordnung", schrieb Steinmeier. Annan sei "ein sanfter, aber hartnäckiger Kämpfer für Frieden und Menschenrechte" gewesen.

39997967cc694617f6a51da006ccd985.jpg

Merkel und Annan verbringen während der Fußball WM 2006 gut gelaunt Zeit miteinander.

(Foto: imago/Ulmer)

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel gab ihrer Trauer schriftlich Ausdruck. Annan habe sie und viele andere "mit seinen Ideen, seinen aufrechten Überzeugungen und nicht zuletzt seinem Charisma" inspiriert, teilte sie mit. Er sei ein "herausragender Staatsmann im Dienste der Weltgemeinschaft" gewesen.

Alt-Bundespräsident Horst Köhler würdigte Annan in einer Mitteilung als "einen großen afrikanischen Weltbürger", mit dem ihn eine jahrzehntelange Zusammenarbeit und Freundschaft verbunden habe. "Sein feiner Humor, seine leise Standhaftigkeit und seine enorme Empathie waren seine Markenzeichen, mit denen er bis zuletzt Millionen von Menschen inspirierte", so Köhler.

Russland

a59bc745c99d6e869b1398d5d429e247.jpg

Putin und Annan geben sich bei einem Beusch Annans in Moskau die Hand.

(Foto: AP)

Der russische Präsident Wladimir Putin erklärte, er habe Annans "Weisheit und Mut" ehrlich bewundert, ebenso seine Fähigkeit, auch in schwierigsten Situationen "überlegte Entscheidungen" zu treffen.

Frankreich

Staatschef Emmanuel Macron schrieb: "Wir werden nie seinen ruhigen und entschlossenen Blick vergessen, ebenso wenig wie die Kraft seiner Kämpfe." Er nannte Annan "einen herausragenden Staatsmann im Dienste der Weltgemeinschaft".

Großbritannien

Die britische Premierministerin Theresa May hat Annan als "große Führungspersönlichkeit und Reformer" der Vereinten Nationen gewürdigt. "Er hatte einen enormen Anteil daran gehabt, dass die Welt, die er verlassen hat, ein besserer Ort ist, als die, in die er hineingeboren wurde", teilte May mit.

Spanien

Für den spanischen Regierungschef Pedro Sánchez ist ein "großer Humanist von uns gegangen". Annans Vermächtnis bestehe darin, für Frieden, Sicherheit und Menschenrechte zu arbeiten.

Ghana

666a8b20e769fbeb28702091e4668cc4.jpg

Trump und Annan trafen sich 2001 bei einem Pressetermin der Stiftung des heutigen US-Präsidenten.

(Foto: imago/UPI Photo)

Der ghanaische Präsident Nana Akufo-Addo ordnete eine einwöchige Staatstrauer zu "Ehren eines unserer größten Landsmänner" an.

Südafrika

Der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) würdigte Annan als "großen Freund des südafrikanischen Volks" und "bedeutenden Sohn Afrikas".

USA

US-Präsident Donald Trump hat sich bisher nicht zum Tod von Annan geäußert. Anfang des Jahres hatte Annan der "Welt am Sonntag" gegenüber gesagt, dass das Auftreten des US-Präsidenten zu einem Sittenverfall in der Politik in den USA führe.

Gruppe "The Elders"

Die von Annan mitgegründete Gruppe "The Elders" (Die Ältesten) zur Lösung globaler Probleme würdigte den ehemaligen UN-Generalsekretär als "Stimme mit großer Autorität und Weisheit in der Öffentlichkeit und im privaten Bereich". Annans Engagement für Frieden und Gerechtigkeit werde auch künftige Generationen inspirieren.

Quelle: n-tv.de, agr/AFP/dpa

Mehr zum Thema